Ein starkes Ökosystem für die KI der Zukunft auf europäischer Ebene

Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft diskutierte das Helmholtz-Büro Brüssel bei der Veranstaltung „AI in the green digital ERA: Quo vadis?“am 10. November 2020 über Forschungs- und Innovationsaktivitäten im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI).

Wolf-Dieter Lukas, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), unterstrich im Gespräch mit Helmholtz-Präsident Otmar D. Wiestler die Bedeutung qualitativ hochwertiger Daten und betonte die Notwendigkeit gemeinsamer Plattformen für den Datenaustausch in Europa. Die Helmholtz-Gemeinschaft stellt riesige Datenmengen zur Verfügung, die in ihren großen Forschungsinfrastrukturen generiert werden. Die Anwendung von künstlicher Intelligenz in verschiedenen Bereichen, z.B. in der Medizin, biete enorme Chancen, so Otmar D. Wiestler, der die Schlüsselrolle der KI für die Gesellschaft hervorhob.

Roberto Viola (Europäische Kommission) und Wolfgang Marquardt (Forschungszentrum Jülich/Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft) unterstützten diese Aussage. Laut Roberto Viola werden sowohl künstliche Intelligenz als auch die Rechenleistung der Schlüssel für den Aufbau einer nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Welt sein. Wolfgang Marquardt stellte klar, dass die richtige Hardware essenziell ist, damit die Wissenschaftler die Software optimal nutzen zu können. So kann die interdisziplinäre Forschung zum „Enabler“ für die Digitalisierung und den technologischen Fortschritt werden. Neuromorphes Computing sei hier ein wichtiger Ansatz. Der Begriff bezeichnet Rechenverfahren, die unter Verwendung von neuromorphen Chips – analogen Recheneinheiten, die nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns lernen – durchgeführt werden.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich darin einig, dass zur Stärkung der künstlichen Intelligenz in Europa ein leistungsfähiges und effizientes Ökosystem mit Interessenvertretern aus Wissenschaft und Industrie erforderlich ist und dass Europa es in speziellen Themenfelder schaffen sollte, die besten KI-Experten weltweit anzuziehen. Maria da Graça Carvalho (Europäisches Parlament), Laure Le Bars (Big Data Value Association/SAP Research & Innovation) und Fabian Theis (Helmholtz Zentrum München/Helmholtz AI) hoben hervor, wie wichtig es sei, den Zugang zu Daten zu maximieren, kontinuierlich auf EU-Ebene in Forschung zu investieren und die KI-Kompetenz in der breiten Öffentlichkeit zu verbessern.

Abschließend betonten die Gäste die wichtige Rolle des Europäischen Forschungsraums für die Erreichung gemeinsamer europäischer Ziele. Die Realisierung eines starken KI-Ökosystems ist „nur möglich, wenn man seine Kräfte bündelt und langfristige Kooperationen auf europäischer Ebene unterstützt“, so Helmholtz-Präsident Otmar D. Wiestler.

An der Veranstaltung nahmen mehr als 350 Personen aus fast allen EU-Ländern sowie aus Russland, Korea und Neuseeland teil.

Autorin: Janina Hierl

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