Wissenstransfer als Teil der Helmholtz-Mission

Spitzenforschung bringt neues Wissen hervor. Aber was passiert mit diesem Wissen? Wie gelangt es zu den Orten und Akteuren in der Gesellschaft, wo ein echter Bedarf an aktuellen Erkenntnissen besteht? Diese Frage ist ein zentrales Element der Helmholtz-Mission. Deshalb fördern wir ein besonderes Spektrum von Aktivitäten, die gemeinsam als „Wissenstransfer“ bezeichnet werden – jenseits von Technologietransfer, Öffentlichkeitsarbeit oder akademischer Nachwuchsausbildung.

Beispiele für den Wissenstransfer:

  • Information und Beratung: Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) bietet verständliche und wissenschaftlich fundierte Information zum gesamten Spektrum der Onkologie. Das Angebot richtet sich an jeden, der Fragen zu Krebs hat: Patienten, ihre Familien und Freunde, sowie an Menschen, die sich zur Krebsvorbeugung und Krebsfrüherkennung informieren wollen. Auch für Fachleute bietet der Krebsinformationsdienst individuell recherchierte Fakten und Quellen.
     
  • Dialog und Austausch: Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) ist eine Einrichtung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Es wurde als selbstständige wissenschaftliche Einrichtung gegründet, um mit dem Deutschen Bundestag und seinen Ausschüssen Fragen des wissenschaftlich-technischen Wandels zu erörtern. Geleitet wird es von Armin Grunwald, einem der bekanntesten Technikphilosophen in Deutschland.
     
  • Weiterbildung: Das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) führt schon seit 1992 jedes Jahr einen internationalen Seismologie-Trainingskurs durch. Der vier- bis sechswöchige Kurs soll theoretisches Grundlagenwissen und praktisches Training in angewandter Seismologie an erdbebengefährdete Entwicklungs- und Schwellenländer vermitteln. Teilnehmende sind insbesondere Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler sowie Ingenieurinnen und Ingenieure, sodass vor Ort ein echtes Capacity Building stattfindet.

An den Helmholtz-Zentren gibt es zahlreiche weitere solcher Beispiele: Das UFZ bindet engagierte Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Citizen-Science-Projekten, wie etwa beim Tagfalter-Monitoring, ein. Das DLR berät Politik und Wirtschaft, wie der Personenzug der Zukunft aussehen sollte. Das GFZ hat die DIN-Norm zum erdbebensicheren Bauen mitentwickelt. 16 von 18 Helmholtz-Zentren betreiben ein Schülerlabor, mit speziellen Programmen zur Lehrerfortbildung, etc ...

Viele dieser Wissenstransfer-Aktivitäten entwickeln sich zunächst aus eigener Motivation der Forscherinnen und Forscher heraus, werden dann über die Zeit strategisch gefördert und häufig institutionalisiert. So entwickelt sich ein enger Dialog mit den verschiedenen Stakeholdern: Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Bildung und Medien. Damit das Wissen, das wir schaffen, am Ende auch die Gesellschaft erreicht.

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Kontakt

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    • Dr. Uli Rockenbauch
    • Referent der Geschäftsführung
      Helmholtz-Gemeinschaft