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Ausgründungen

Technologieorientierte und wissensbasierte Unternehmensgründungen sind eine besonders werthaltige Form des Wissens- und Technologietransfers.

Oft gründen Mitarbeiter:innen von Helmholtz-Zentren auf Basis von Know-How bzw. Lizenzvereinbarungen neue Unternehmen aus. Nicht selten nutzen die Spin-offs auf der Grundlage von Nutzungsvereinbarungen auch die Großforschungsinfrastruktur der Zentren zur weiteren Produktentwicklung. Bei einigen Unternehmensgründungen beteiligt sich das jeweilige Zentrum am Unternehmen, wodurch die Ausgründung finanzielle Ressourcen für Lizenzen oder Gerätenutzung spart und das Zentrum im Gegenzug am Unternehmenswachstum und kommerziellen Erfolg partizipieren kann.

Die folgende Liste fasst die Ausgründungen übersichtlich zusammen:

Ausgründungen der Helmholtz-Gemeinschaft

Helmholtz Enterprise

Das Ausgründungsprogramm Helmholtz Enterprise (HE) fördert die unternehmerische Tätigkeit und die Ausgründungsaktivitäten von Wissenschaftler:innen in der Helmholtz Gemeinschaft.

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Beispiele und Erfolge

QYB will die Energiewende beschleunigen

Halbleitermaterialien für Solarzellen und LED’s energieeffizient zu gestalten, gilt als eine wichtige Voraussetzung für eine schnelle Umsetzung der Energiewende. Momentan nimmt jedoch die Suche nach den optimalen Materialien und bestmöglichen Bauelementen viel Zeit in Anspruch. Dagegen möchten die Wissenschaftler des neu ausgegründeten Spin-offs QYB Quantum Yield Berlin Abhilfe schaffen. QYB ist somit die erste Ausgründung aus dem Helmholtz Innovation Labs HySPRINT des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB).

Dafür entwickelte das Team, das zuvor sowohl über das Helmholtz Enterprise Programm der Helmholtz Gemeinschaft sowie über den Technologietransferfonds des Zentrums Förderung erhielt, das Out-of-the-box Messgerät „LuQY Pro“. LuQY Pro kann sehr schnelle und aussagekräftige Ergebnisse liefern, an welcher Stelle sich ein optoelektronisches Bauelement noch effizienter gestalten lässt. So lassen sich zum Beispiel Solarzellen und LEDs ressourcenschonender optimieren.

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3D-Mikrofabrikation

Als eines der ersten Helmholtz Enterprise Teams gründete sich die Nanoscribe GmbH 2007 als Spin-off aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 2021 stärkte der Marktführer in der hochpräzisen additiven Fertigung durch den Beitritt zur CELLINK-Gruppe seine strategische Position.

Die 2PP-Technologie von Nanoscribe ermöglicht das Bioprinting von vaskulären Mikroumgebungen im subzellulären Maßstab, die für Zellstudien und Lab-on-a-Chip-Anwendungen geeignet sind. Ziel ist es, die Produktentwicklung der gesamten Unternehmensgruppe voranzutreiben und kontinuierliche Einnahmen durch die Herstellung von Implantaten, Mikronadeln, mikroporösen Membranen und Verbrauchsmaterialien für Omics-Anwendungen mit Nanoscribe-Systemen zu erzielen.

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Osteolabs GmbH

Osteolabs ist die erste Ausgründung aus dem GEOMAR und schon preisgekrönt. Ein Erfolgsbeispiel der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Osteolabs, gefördert durch den Validierungsfond und Helmholtz Enterprise, ist das erste strahlungsfreie Früherkennungsverfahren für Osteoporose. Der OsteoTest wird von ärztlichen Praxen oder ganz einfach von zu Hause aus durchgeführt und ins Labor geschickt. Die Zuverlässigkeit des Verfahrens ist medizinisch und wissenschaftlich bestätigt.

Erfahren Sie mehr über die Osteolabs GmbH

Der Weg einer Ausgründung – ein fiktives Beispiel aus dem KIT

Viele erfolgreiche Spin-offs von Wissenschaftler:innen der Helmholtz-Gemeinschaft haben gezeigt, wie Technologien in den Markt gebracht werden können. Allerdings will dieser Schritt gut vorbereitet sein – die Technologietransferstellen und Helmholtz Enterprise können dabei Hilfestellung leisten. Diese vom KIT produzierte Animation illustriert den Weg einer Ausgründung am Beispiel einer Forscherin des Zentrums.

Youtube-Video: Gründen am KIT

Gründen am KIT - WissenschaflerInnen

Quelle: IMA, KIT

Herkunftsbestimmung von Lebensmitteln mit Hilfe der Isotopendatenbank

Kampf dem Etikettenschwindel

Ausgründung des Forschungszentrums Jülich liefert Herkunftsnachweise von Lebensmitteln

In der Welt globalisierter Warenströme spielt die zuverlässige Kontrolle der Herkunft von Lebensmitteln eine zentrale Rolle. Dass sie sich wissenschaftlich bestimmen lässt, zeigte Hilmar Förstel in den 1980er Jahren am heutigen Forschungszentrum Jülich am Beispiel von Wein. Je nach Zusammensetzung von Boden, Wasser und Luft enthalten die Trauben von Elementen wie Sauerstoff, Stickstoff oder Kohlenstoff unterschiedliche Varianten, sogenannte Isotope, in unterschiedlicher Konzentration. Diese Isotopenverteilung ist wie ein Fingerabdruck typisch für die Herkunft eines Lebensmittels. Resultat von Förstels Forschung war eine Datenbank mit der Isotopenverteilung der unterschiedlichsten Weinanbaugebiete. Was mit Wein hervorragend klappte, ließ sich auch auf andere Lebensmittel übertragen – und so wurde 2002 die Firma Agroisolab gegründet. Sie konnte sich erfolgreich etablieren, denn Herkunftsnachweise sind in vielen Branchen gefragt: beim Rindfleisch in Zeiten von BSE oder bei seltenen Tropenhölzern zum Schutz des Regenwaldes. 2008 wurde Agroisolab mit dem Innovationspreis Region Aachen ausgezeichnet für seine besondere Leistung im Bereich „Wachstum“. Anfang 2009 hat der TÜV Rheinland die Mehrheit an Agroisolab übernommen und in Jülich eines der größten Laborzentren dieser Art eröffnet.

Preise und Wettbewerbe

Speziell im Ausgründungsbereich ist die Teilnahme und Platzierung in Wettbewerben ein Erfolgsindikator. Jedes Jahr gewinnen Spin-Offs der Helmholtz-Gemeinschaft wichtige und bekannte Wettbewerbe.

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