Schlaganfall: Von jetzt auf gleich

Lähmungserscheinungen im Gesicht, an Armen oder Beinen, Seh- oder Sprachstörungen – bei einem Schlaganfall kommen die Symptome ganz plötzlich. Nur  schnelles Handeln kann schwere gesundheitliche Folgen verhindern. Doch auch Vorsorgen ist möglich, und eigentlich ganz einfach.

Der Begriff Schlaganfall versinnbildlicht, dass er mit einem Schlag, also von einer Sekunde auf die andere auftreten kann. Hervorgerufen wird ein Schlaganfall – auch Hirnschlag genannt – durch ein verstopftes oder verletztes Blutgefäß. Der Bereich hinter dem betroffenen Gefäß wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und funktioniert nicht mehr richtig. „Es treten Ausfallerscheinungen auf, die ganz unterschiedlicher Natur sein können, je nachdem welche Hirnregion von der Unterversorgung betroffen ist“, erklärt Gabor Petzold vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen. „Im Prinzip kann jedwede Funktion ausfallen, die das Gehirn übernimmt. Doch es gibt eine Reihe ganz typischer Symptome.“ So ist häufig eine Gesichtshälfte gelähmt oder ein Mundwinkel hängt herunter. Manchmal kann ein Arm taub sein oder nicht mehr bewegt werden. Und es kann sein, dass es dem Betroffenen plötzlich schwerfällt, Worte zu finden, er undeutlich spricht oder Sprache nicht mehr versteht.

Mit einem einfachen Test, dem so genannten FAST-Test, kann man schnell herausfinden, ob möglichweise ein Schlaganfall vorliegt. Dabei steht die Abkürzung FAST für die Anfangsbuchstaben von Face – Arms – Speech – Time, also Gesicht – Arme – Sprache – Zeit. Kann die betroffene Person beispielsweise nur noch einseitig lächeln (Face – Gesicht), einen Arm nicht mehr heben (Arms – Arme) oder hat Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Sprache (Speech – Sprache), kommt die Zeit (Time) ins Spiel: „Bei Symptomen, die auf einen Schlaganfall hindeuten, darf keine Zeit vergeudet werden“, warnt Petzold, denn unser Gehirn reagiert sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel „Dann zählt jede Minute. Es sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Nur dann bestehen vielleicht noch gute Heilungschancen.“ 

Vorboten unbedingt ernstnehmen

Manchmal können die Symptome auch nur wenige Minuten anhalten und von selbst wieder verschwinden. Falscher Alarm, könnte man denken. „Aber das ist es meist leider nicht“, sagt Petzold. „Häufig sind solche kurzzeitigen Durchblutungsstörungen Vorboten für einen drohenden Schlaganfall. Ein Mini-Schlaganfall sollte daher als Warnsignal unbedingt ernstgenommen und schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.“ In Deutschland bekommen jedes Jahr rund 200.000 Menschen erstmals einen Schlaganfall. Die meisten sind über 60 Jahre alt. Jeder dritte Betroffene stirbt innerhalb von zwölf Monaten. Rund zwei Drittel der Patienten, die einen Schlaganfall überleben, tragen Behinderungen davon und sind auf fremde Hilfe angewiesen. Vorbeugen ist möglich – und das mit einfachen Maßnahmen: „Patienten mit erhöhtem Blutdruck oder Diabetes sollten ihre Werte regelmäßig beim Hausarzt kontrollieren lassen“, rät Petzold. „Und wer nicht raucht, sich ausgewogen ernährt und ausreichend bewegt, hat schon viel getan. Das klingt banal, aber das sind tatsächlich die wirksamsten Maßnahmen, um einem Schlaganfall vorzubeugen.“ 

Nicole Silbermann

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