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Drei Fragen an Connie Hoe

Bild: DKFZ

Connie Hoe ist Expertin für Public Health und leitet die Abteilung Politik und Umsetzungsforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Ich forsche im Bereich Public Health und untersuche, was die Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Politik und Praxis fördert oder erschwert. Am meisten begeistert mich das Potenzial, konkret zur Krebsprävention beizutragen. Dafür ist die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg entscheidend: Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Hintergründen zusammenzubringen und voneinander zu lernen. Dabei gilt es nicht nur zu fragen, ob eine Maßnahme wirkt. Genauso wichtig ist, wie, für wen und unter welchen Bedingungen sie erfolgreich umgesetzt werden kann. Diese Schnittstelle zwischen Forschung, Politik und Praxis finde ich besonders spannend: Denn wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, wie wir sie nutzen können, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern.

Ich würde gerne untersuchen, wie wir mehr Menschen stärker für die Krebsprävention gewinnen und zum Mitmachen bewegen können. Und ob Bürgerinnen und Bürger politische Veränderungen vorantreiben können. Die Krebspräventionsforschung hat sich häufig darauf konzentriert, wie politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Gesundheitssysteme und Public-Health-Maßnahmen das individuelle Verhalten beeinflussen. Es gibt umfangreiche Forschung zu Interessenvertretung, Bürgerbeteiligung und der Einbindung lokaler Gemeinschaften. Wir wissen jedoch deutlich weniger darüber, wie informierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger die politischen Rahmenbedingungen der Krebsprävention mitgestalten. Mein Wunschprojekt würde Public Health, Verhaltenswissenschaften, Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft verbinden, um zu untersuchen, wie wir die gesellschaftliche Nachfrage nach wirksamen politischen Maßnahmen zur Krebsprävention stärken können.

Meine Antwort auf diese Frage war bisher immer Barack Obama. Ich bewundere seine Fähigkeiten als Redner, insbesondere wie er komplexe Themen für unterschiedlichste Zielgruppen klar, ansprechend und nachvollziehbar vermittelt. Ich würde ihn gerne fragen, welchen Rat er Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geben würde. Wie gelingt es, Menschen außerhalb der Wissenschaft für wissenschaftliche Erkenntnisse zu interessieren? Und wie erreicht man Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Sichtweisen? Außerdem interessiert mich, wie er schwierige Entscheidungen angeht und trotz gegensätzlicher Ansichten und Prioritäten eine gemeinsame Basis findet. Und etwas weniger ernst: Ich fand ihn schon immer sehr witzig und kann mir vorstellen, dass wir neben den ernsteren Gesprächen auch viel lachen würden.
 

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