Hugues Lantuit ist besonders von der rauen und abgelegenen arktischen Landschaft fasziniert. Einen Großteil seiner Karriere hat er damit verbracht, die Entwicklung der Küstenlandschaften in der Region zu erforschen. Bild: Jessica Wahl/Helmholtz

Kurzinterview

Sechs Fragen an... Hugues Lantuit

Warum sind Sie Wissenschaftler geworden? Und worüber haben Sie sich zuletzt geärgert? In unserer Rubrik wollen wir von unseren Wissenschaftlern so einiges wissen. Diesmal mit Hugues Lantuit vom Alfred-Wegener-Institut (AWI).

Warum sind Sie Wissenschaftler geworden?

Eigentlich durch Zufall. Ich hatte niemals vor, Wissenschaftler zu werden. Manchmal lässt einem die Neugier jedoch keine andere Wahl, und schon bald ist man dabei, nach Antworten zu suchen. Wissenschaft verschafft einem die Befriedigung, nahezu täglich Antworten zu finden.

Was fasziniert Sie an ihrer Forschungsarbeit am meisten?

Die Permafrost-Landschaft. Sie ist kalt, weit weg und atemberaubend.

Was ist Ihr größtes Ziel in der Wissenschaft?

Ich habe kein einzelnes größtes Ziel. Forschung setzt sich aus vielen kleineren und größeren Zielen zusammen. Das ist wie Zelda spielen. Wenn man den Boss besiegen will, muss man viele kleinere Monster bezwingen, und jedes einzelne ist anders.

Wenn Sie einen Wunsch bezüglich Ihrer Forschung frei hätten, was wäre es?

Schwierige Frage. Was wir aber jetzt gerade wirklich brauchen, ist ein kleines Boot, damit wir unser Kooperationsprogramm mit den Inuit-Gemeinden (Urbewohner der Arktis) ausbauen können, aber davon muss ich erst mal meinen Chef überzeugen.

Wer ist aus Ihrer Sicht der bedeutendste Wissenschaftler aller Zeiten?

Ich habe mich immer dagegen gesträubt, mir in meinem Arbeitsbereich Idole zu suchen, also habe ich auch keine „Vorbilder“. Die wichtigsten Wissenschaftler aller Zeiten, zumindest auf meinem Gebiet, sind Menschen, mit denen ich persönlich zu tun hatte, die mir geholfen und mich beraten und die jungen Forschern die Möglichkeit gegeben haben, aufs Boot aufzuspringen und gemeinsam mit ihnen zu forschen. Es gibt viele davon, und sie inspirieren mich noch heute bei meiner Forschungsarbeit.

Worüber haben Sie sich zuletzt so richtig geärgert?

Die Niederlage der französischen Mannschaft bei der Fußball-WM der Frauen.

Hugues Lantuit studierte zunächst in Frankreich und Kanada. Anschließend promovierte er in Geowissenschaften an der Universität Potsdam und bewarb sich erfolgreich um Fördermittel im Rahmen des Helmholtz-Nachwuchsgruppen-Programms. Er leitet derzeit die Forschungsgruppe Arktische Küstenerosion am Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und ist Professor für Geomorphologie polarer Küsten an der Universität Potsdam. Er hat zahlreiche Arktis-Expeditionen geleitet und mehrere Großprojekte zum Auftauen von Permafrost und zur Vulnerabilität der arktischen Küste koordiniert. Als leidenschaftlicher Mentor betreut er junge Wissenschaftler zu Beginn ihrer Karriere und ist Mitbegründer zweier großer Netzwerke, die insgesamt über 5.000 junge Forscher aus der Community der Polarwissenschaften zusammenbringen. Hugues Lantuit studierte zunächst in Frankreich und Kanada. Anschließend promovierte er in Geowissenschaften an der Universität Potsdam. Er leitet derzeit die Forschungsgruppe Arktische Küstenerosion am Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und ist Professor für Geomorphologie polarer Küsten an der Universität Potsdam. Er hat zahlreiche Arktis-Expeditionen geleitet und mehrere Großprojekte zum Auftauen von Permafrost und zur Vulnerabilität der arktischen Küste koordiniert. Als leidenschaftlicher Mentor betreut er junge Wissenschaftler zu Beginn ihrer Karriere und ist Mitbegründer zweier großer Netzwerke, die insgesamt über 5.000 junge Forscher aus der Community der Polarwissenschaften zusammenbringen.

Zum Thema "Climate Change- From Knowledge to Action" wird Hugues Lantuit auf dem Helmholtz-Horizons Symposium seine innovative Forschung und mutigen Visionen vorstellen.

Mehr zur Veranstaltung unter: https://www.helmholtz-horizons.de/

09.10.2019 , Hugues Lantuit/Helmholtz-Redaktion

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