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Das Programm Raumfahrt

Kommunikation und Fernsehberichterstattung rund um die Welt, Satellitennavigation oder präzise Wettervorhersagen sind ohne Raumfahrt nicht möglich. Die Raumfahrtforschung des DLR trägt permanent dazu bei, Forschungsergebnisse zum größtmöglichen Nutzen der Gesellschaft einzusetzen.

Das DLR beteiligt sich an Missionen um das Sonnensystem weiter zu erforschen. Während des Flugs zum Mars im Rahmen der Mission "Mars Science Laboratory" konnten mit dem DLR-Strahlungsmessgerät RAD erstmals wertvolle Datensätze im interplanetaren Raum zwischen Erde und Mars gewonnen werden. Mittels der Spezialkamera HRSC wurden höchstauflösende Karten der Marsoberfläche im DLR erzeugt. Fliegende hochauflösende Kameras werden auf der Erde beispielsweise für architektonische und städteplanerische Projekte oder zur Detektion und Überwachung von Katastrophen, wie Waldbränden oder Hochwasserereignissen, eingesetzt.

Die Internationale Raumstation ISS ist das größte technologisch-wissenschaftliche Projekt der Menschheitsgeschichte. Im europäischen Forschungsmodul Columbus konnte das DLR bereits zahlreiche Experimente der Material- und Lebenswissenschaften durchführen. Be-sonders für die Medizin wurden wichtige Erkenntnisse, bspw. zum Salzhaushalt oder zur Osteoporose, im All erzielt.

Im Forschungsgebiet Robotik forscht das DLR an Technologien für die Erkundung des Weltraums. Dieses Technologiewissen soll auch auf der Erde breit eingesetzt werden, beispielsweise bei der Bergung von Menschen in schwer zugänglichen Gebieten oder auch bei der Durchführung von filigranen Arbeitsschritten während einer Tele-Operation.

Das DLR ist maßgeblich am größten Technologieprojekt der Europäischen Union beteiligt: dem europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Nach der Fertigstellung ist es mög-lich, jede Position auf der Erde mit höchster Genauigkeit zu bestimmen.

Was sind die Ziele?

Übergeordnetes Ziel der Raumfahrtforschung ist der Einsatz der Raumfahrt zum gesell-schaftlichen Nutzen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Erforschung der Erde und des Universums sowie aus der Forschung unter Weltraumbedingungen werden für kommerzielle Belange sowie staatliche Anwendungen eingesetzt. Dabei stehen die gesellschaftlichen Anforderungen im Vordergrund, wie die schnelle Reaktion im Krisenfall, die Bereitstellung genauer Navigationssysteme, der schnelle Empfang von Daten, die Überwachung des Klimas und der Landnutzungen zur Schonung der Ressourcen ebenso wie die zivile und militärische Sicherheit. Für das Erreichen der Ziele steht dem DLR eine moderne Infrastruktur zur Verfügung, die permanent den Bedürfnissen der Forscher angepasst wird. Dazu gehören unter anderem Launcher, Plattformen, Instrumente/Sensoren und Bodensegmente.

Um die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie für Raumfahrtaufgaben und Märkte zu verbessern, sollen Entwicklung und Anwendung innovativer Technologien, Systeme, Komponenten und Betriebsabläufe erfolgen. Im Mittelpunkt stehen Robotik-Forschungsleistungen, innovative Betriebstechnologien, Entwicklung und Qualifizierung von zeitgemäßen Satellitenkomponenten.

Was tun wir, um dieses Ziel zu erreichen?

Das Programm Raumfahrt, welches Bestandteil des integrierten Raumfahrtprogramms der Bundesrepublik Deutschlands ist, setzt sich in den nächsten Jahren folgende übergeordnete Ziele:

Das DLR will seine führende Stellung auf dem Gebiet der Fernerkundung der Erde mit Radar und optischen Systemen festigen und weiter ausbauen. In den nächsten 5 Jahren wird das globale DEM 2014 (Digital Elevation Model) basierend auf TerraSAR-X und TanDEM-X-Daten fertig gestellt. Gleichzeitig werden neue Missionsansätze wie F-SAR und Tandem-L ausgearbeitet und die ESA-Missionen Sentinel-1 und Earth Explorer unterstützt. In der Atmosphärenforschung werden satelliten- und luftgestützte Beobachtungen und globale Chemie-Klima-Modelle für die Erforschung der Veränderung der Umwelt, des Klimas und Wetters eingesetzt. Die Hauptaktivitäten in der Kommunikation und Navigation werden sich auf optische Kommunikation konzentrieren. In der Erforschung des Weltraums besteht das übergeordnete Interesse darin, die Evolution und den Aufbau des Sonnensystems und seiner Körper zu verstehen. Dazu werden die Daten zahlreicher fliegender Missionen, wie Casini, Mars Express, Dawn, Rosetta, Corot, ausgewertet. Die wissenschaftlich exzellente Nutzung der ISS in Material- und Lebenswissenschaften ist oberstes Ziel der Forschung unter Weltraumbedingungen.

Um die Missionen zuverlässiger und kostengünstiger zu gestalten wird im Raumtransport an verbesserter Leistungsfähigkeit und geringem Gewicht von Antriebssystemen, Wiedereintrittskörpern und Startraketen geforscht und somit die Weiterentwicklung des europäischen Raumtransports sichergestellt. In der Technik für Raumfahrtsysteme wird, neben der Entwicklung neuer Satellitentechnologie, ein besonderes Augenmerk auf verschiedene Methoden zur Detektion von Weltraumschrott gelegt. In der Robotik wird an der Reduzierung der Risiken und Kosten mit Hilfe von robotischen oribitalen Diensten gearbeitet.

Beispiele aus der Forschung

Ein Highlight der Erforschung des Weltraums besteht in dem Mitflug auf der japanischen Asteroidenmission Hayabusa-2. MASCOT, ein am DLR entwickelter, sich hüpfend bewegen-der Lander, ausgestattet mit einer Kamera, Radiometer und Mikroskop wird auf der Asteroidenoberfläche Proben analysieren.

In dem Projekt Eu:CROPIS untersuchen die Forscher im Rahmen der ersten DLR-Komapaktsatellitenmission die Funktionalität regenerativer, biologischer Lebenserhaltungssysteme unter verschiedenen Gravitationsleveln.

Das SHEFEX-Programm läuft weiter. Nach dem erfolgreichem Flug von SHEFEX-II wird nun an SHEFEX-III geforscht, um Wiedereintrittsexperimente im Hyperschallbereich durchzuführen.

Beteiligtes Zentrum:

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

17.01.2017

Kontakt

Prof. Dr. Hansjörg Dittus

Programmsprecher Weltraum

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Postanschrift:
51170 Köln

Telefon: +49 (2203) 601 4101
hansjoerg.dittus (at) dlr.de
http://www.dlr.de


Olaf Kranz

Forschungsbereichsbeauftragter Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr

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Telefon: +49 30 206329-31
olaf.kranz (at) helmholtz.de