Krisen- und Katastrophendienste

Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Im Fall einer Naturkatastrophe ist es besonders wichtig, dass sich die Einsatzhelfer, wie die vom Technischen Hilfswerk, schnell vor Ort organisieren können und nicht selbst in Gefahr geraten. Dank der Hilfe des Zentrums für Satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt können sich die Helfer mittels aktueller Satellitenaufnahmen der betroffenen Gebiete vorab ein Bild des Einsatzortes machen und so einen geeigneten Punkt für die Opferversorgung ausfindig machen oder Gebiete rechtzeitig evakuieren. Des Weiteren helfen die Bilder dabei, den besten Weg in das betroffene Gebiet zu bestimmen. Damit die Retter künftig schneller an diese Informationen gelangen, wollen die Forscher des Instituts für Optische Sensorsysteme die Satelliten mit einem neuen Kommunikationssystem nachrüsten, das die Daten von überall auf der Welt abrufbar machen soll. Diese Kooperation des DLRs und des Technischen Hilfswerks zeigt beispielhaft, wie wichtig die Weitergabe von Technologien, Wissen und Erkenntnissen ist. Sie eröffnet neue Perspektiven im Bereich des Katastrophenschutzes und hofft auch ein Vorbild für andere Staaten zu sein.

Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI)

Erdbebengefährdung: Die zentrale Rolle des GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ)

Zur Abschätzung der Auswirkung von Erdbeben auf die Gesellschaft arbeitet das GFZ eng mit Erdbeben-Ingenieuren zusammen und erstellt Erdbebenzonierungskarten für erdbebengerechtes Bauen. Die Zonierungskarten zeigen an, wo normale Hochbauten, Chemieanlagen und speziell Wasserbauten, wie Talsperren, Dämme gebaut werden sollten und wo nicht. Die Karten und Sicherheitsnachweise werden im Rahmen entsprechender DIN-Normen bzw. entsprechender europäischer Baunormen erstellt. Die GFZ-Aktivitäten zur DIN für normale Hochbauten sind direkt eingebunden in das European Committee for Standardisation (CEN). Diese Arbeiten besitzen neben der hohen gesellschaftlichen auch wirtschaftliche Relevanz, z.B. Einschränkung des Einsatzes von Baustoffen und Bauarten.

Ein Ergebnis dieser Arbeiten ist die am GFZ entwickelte „Europäische Makroseismische Skala“, das  weltweit verwendete Standardwerk zur Intensitäts- und Risikoabschätzung. Ein weiteres Beispiel sind die seismischen Gefährdungskarten für die D-A-CH Staaten (Deutschland, Österreich, Schweiz), die als Grundlage für die Karte der Erdbebenzonen des nationalen Anwendungsdokuments des EUROCODE 8 („Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben“) verwendet wurde. Diese dient nunmehr für die neueste Version der deutschen Erdbebenbaunorm DIN 4149 (Fassung 2005) und für Ingenieuranwendungen in der Schweiz und in Österreich.

Erdbebeninformation (GFZ)

Arbeitsgruppe „Unfallfolgen“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Seit 2010 entwickelt und erforscht die Arbeitsgruppe „Unfallfolgen“ Methoden und Werkzeuge zur Unterstützung von Entscheidungsträgern für die Bewältigung und Beherrschung von Großschadensereignissen. Die Tätigkeitschwerpunkte liegen auf dem Notfallschutz nach kerntechnischen Unfällen und der Notfallvorsorge. Dabei stehen der Schutz kritischer Infrastrukturen, wie beispielsweise der Elektrizitäts-, Wasser- und Nahrungsmittelversorgung, der Informations- und Telekommunikationstechnik oder des Verkehrswesens und das Management von Großschadenslagen im Mittelpunkt. Die Arbeitsgruppe erarbeitet eine IT-basierte Entscheidungshilfe mit Vorschlägen für Maßnahmen, um negative Auswirkungen zu beherrschen und Ausfälle zu bewältigen und akteursübergreifendes Vorgehen zu unterstützen. Die Wissenschaftler sind in einem kontinuierlichen Erfahrungsaustausch mit den Benutzern, um beispielsweise benutzerfreundliche Oberflächen der IT-Systeme oder eine anwendungsorientierte Ergebnisdarstellung bereitzustellen.

Arbeitsgruppe Unfallfolgen (KIT)

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Kontakt

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    • Dr. Uli Rockenbauch
    • Referent der Geschäftsführung
      Helmholtz-Gemeinschaft