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Drei Fragen an Meeresbiologin Doreen Kohlbach

Bild: AWI

Doreen Kohlbach ist Meeresbiologin am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung.

Ich bin Meeresbiologin und erforsche, wie der Klimawandel polare Ökosysteme verändert – besonders den Rückgang des Meereises und die zunehmende Belastung durch Schadstoffe in marinen Lebewesen. In entlegenen Regionen wie der Zentralarktis sind Mikroplastik und organische Kohlenwasserstoffe kaum untersucht – hier gibt es noch echte Entdeckungen zu machen. Ich liebe an meiner Arbeit, dass sie gesellschaftlich relevant ist, da Schadstoffe in marinen Organismen entlang der Nahrungskette weitergegeben und angereichert werden und somit auch für den Verzehr von Speisefisch von Bedeutung sind. Ebenso schätze ich die (internationale) Zusammenarbeit mit Kolleg:innen und das gemeinsame Entwickeln neuer Ideen. Und natürlich sind Expeditionen in die Polarregionen ein absolutes Highlight – Orte zu erleben, die sonst kaum jemand je sieht.

Viele Ideen scheitern oft nicht an Kreativität, sondern an Zeit und Finanzierung. Ich würde gerne mehr Nachwuchswissenschaftler:innen in meiner Gruppe integrieren, um viele Forschungsfragen parallel zu bearbeiten – gerade weil sie frische Perspektiven mitbringen. Gleichzeitig möchte ich ihnen ermöglichen, die noch weitgehend unberührten Polargebiete hautnah zu erleben und so echte Leidenschaft für die Polarforschung zu entfachen. Auch moderne Analytik ist ein limitierender Faktor: Geräte sind teuer und wartungsintensiv. Mit mehr Mitteln könnten wir am Alfred-Wegener-Institut neue Technologien etablieren und zentrale Fragen z.B. rund um Schadstoffe deutlich schneller voranbringen. Besonders reizvoll wäre ein großangelegtes internationales Projekt zur Schadstoffbelastung der Polargebiete – mit umfassendem Zugang zu Proben, Ressourcen und engem wissenschaftlichem Austausch.

Besonders inspirierend ist für mich der Austausch mit jungen Menschen – auch mit meinem Sohn, der selbst Polarforscher werden möchte. Gespräche mit Kindern und Studierenden sind oft überraschend, weil sie unvoreingenommen fragen, den Klimawandel ernst nehmen und völlig neue Blickwinkel einbringen. Viele junge Menschen möchten heute mehr über aktuelle Forschung erfahren, insbesondere über die Folgen des Klimawandels, um ihre eigene Zukunft besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Diese Neugier und Ernsthaftigkeit erlebe ich als sehr bereichernd und motivierend – sie zeigt, wie wichtig es ist, Wissenschaft verständlich und zugänglich zu machen.

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