Bild: ESA

ExoMars

ESA-Sonde umkreist den Mars

Die Sonde TGO ist planmäßig in den Marsorbit eingeschwenkt. Von dem Lander Schiaparelli gibt es dagegen noch kein Lebenszeichen.

Am 14. März dieses Jahres begann an Russlands Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan die europäisch-russische Mission ExoMars ihre siebenmonatige Reise zum Mars. Dieses unbemannte Weltraumprojekt besteht aus einem Mutterschiff, das in einer Umlaufbahn verbleibt, und der Landekapsel Schiaparelli, die auf dem Mars aufsetzen sollte. Sie ist benannt nach dem italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli, dessen Namen auch ein Krater auf dem Mars trägt.

Große Erleichterung machte sich am Mittwoch im Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt breit, als klar wurde, dass die Mars-Sonde TGO erfolgreich eine Umlaufbahn um den roten Planeten eingeschlagen hat. In den kommenden Jahren wird sie Daten über die Zusammensetzung der Mars-Atmosphäre liefern. Ein wichtiger Meilenstein - auch im Hinblick auf die 2020 von der ESA geplante Mars-Mission, bei der ein Rover auf dem roten Planeten landen soll - ist damit erreicht. 

Was mit dem Lander passiert ist, ist dagegen immer noch unklar. Schiaparelli hat sich von der Muttersonde getrennt und ist in die Marsatmosphäre eingetreten. In elf Kilometern Höhe sollte sich ein Fallschirm öffnen. Schließlich sollten neun kleine Bremstriebwerke das Abstiegstempo der Sonde bis auf eine Geschwindigkeit von sieben Kilometer pro Stunde drosseln.

Am Ende hat die Sonde wohl die Marsoberfläche erreicht, sendet aber keine Signale. Möglich wäre, dass die Sonde ein Hindernis gerammt und dabei Schaden genommen hat. Offenbar waren die Bremstriebwerke nicht so lange aktiv, wie es vorgesehen war. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Daten, die der Lander zur Erde schicken konnte, so weit analysiert sind, dass es eindeutige Antworten gibt. 

Exomars (ESA)

19.10.2016 , Helmholtz Redaktion

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