
Gefährliche Altlasten im Meer
Hunderttausende Tonnen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg liegen noch immer in Nord- und Ostsee. Forschung am GEOMAR hilft, sie zu erfassen – und sicher zu bergen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Mengen Munition im Meer versenkt. Bis heute liegen sie auf dem Meeresboden – und zerfallen zunehmend. Dabei werden Schadstoffe wie TNT, Quecksilber oder Blei freigesetzt, die sich in Fischen und Muscheln anreichern und Umwelt sowie Gesundheit gefährden.
Forschende am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel untersuchen diese Altlasten systematisch – von der Kartierung über chemische Analysen bis hin zur Entwicklung technischer Lösungen. Mithilfe moderner Sensorik und autonomer Unterwasserfahrzeuge lassen sich Munitionsreste präzise lokalisieren und überwachen.
Die Forschung liefert wichtige Grundlagen für politische Entscheidungen. Auf Basis solcher Erkenntnisse hat die Bundesregierung ein Sofortprogramm zur Munitionsräumung gestartet, um die großflächige Bergung vorzubereiten. Das GEOMAR begleitet diesen Prozess wissenschaftlich und entwickelt Strategien für eine sichere und umweltverträgliche Räumung.
Gemeinsam mit Partnern wurde zudem das Kompetenzzentrum MUNIMAR gegründet und ein europäisches Netzwerk aufgebaut, um Wissen und Technologien international zu teilen.
Was lange unsichtbar am Meeresboden lag, wird heute systematisch erfasst – und Schritt für Schritt beseitigt.
Bild: Christian Howe