Die Abnehmspritze

Neue Medikamente gegen Adipositas und Diabetes verändern weltweit Therapien. Wegweisende Hormonforschung bei Helmholtz Munich trug maßgeblich zu diesem Fortschritt bei.

Adipositas und Typ-2-Diabetes zählen zu den größten Volkskrankheiten weltweit. Lange waren medikamentöse Therapien gegen starkes Übergewicht begrenzt wirksam. Fortschritte in der Erforschung der hormonellen Steuerung von Hunger und Stoffwechsel eröffneten neue Möglichkeiten.

Matthias Tschöp und sein Team bei Helmholtz Munich untersuchten die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn. Ihre Arbeiten zeigten, wie mehrere Hormone gemeinsam Appetit, Energieverbrauch und Blutzucker regulieren. Auf dieser Grundlage entwickelten sie gemeinsam mit internationalen Partnern das Konzept sogenannter Polyagonisten – Wirkstoffe, die mehrere hormonelle Signalwege gleichzeitig aktivieren.

Diese Forschung prägte die Entwicklung kombinierter Hormontherapien, darunter moderne GLP-1- und GIP-basierte Medikamente zur Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes. Heute profitieren Millionen Patientinnen und Patienten weltweit von deutlichen Gewichtsverlusten und verbesserter Blutzuckerkontrolle.

Gleichzeitig verändert sich die gesellschaftliche Perspektive: Adipositas wird zunehmend als komplexe Stoffwechselerkrankung verstanden, die medizinisch behandelbar ist.

Bild: Alones/Shutterstock

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