
Trockenheit sichtbar machen
Dürre entsteht oft schleichend – ihre Folgen sind gravierend. Ein Monitor aus der Helmholtz-Forschung zeigt täglich, wie trocken Deutschlands Böden wirklich sind.
Ob Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Wassermanagement: Der Zustand der Bodenfeuchte ist entscheidend. Doch lange fehlten flächendeckende, aktuelle Daten, um Trockenperioden zuverlässig zu bewerten.
Am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ wurde dafür der Dürremonitor Deutschland entwickelt. Er basiert auf dem hydrologischen Modellsystem mHM, das Wetterdaten, Bodeninformationen und hydrologische Prozesse kombiniert. So lässt sich der Bodenfeuchtezustand in ganz Deutschland täglich und hochauflösend berechnen.
Das Ergebnis ist ein frei zugängliches Online-Informationssystem, das Trockenheit sichtbar macht – von kurzfristigen Defiziten bis hin zu langanhaltender Dürre. Nutzerinnen und Nutzer können Entwicklungen über Wochen und Monate verfolgen und regional vergleichen.
Der Dürremonitor hat sich als wichtiges Werkzeug etabliert: Land- und Forstwirte, Behörden und Medien nutzen die Daten, um Risiken einzuschätzen und Entscheidungen zu treffen. Mit bis zu zwei Millionen Zugriffen pro Jahr gehört er zu den meistgenutzten Umweltinformationssystemen in Deutschland.
Was als hydrologisches Modell begann, unterstützt heute den Umgang mit einer der zentralen Folgen des Klimawandels.
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