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Vom losen Verbund zur Gemeinschaft: Unsere Geschichte

Helmholtz bündelt Exzellenz – und das seit Jahrzehnten. Unsere Gemeinschaft startete als loser Verbund von Forschungszentren. Heute sind wir die größte Forschungseinrichtung Deutschlands.

Die Forschungszentren formieren sich

Unser Ursprung liegt in der frühen Kernforschung: Um über die Entwicklung von sicheren und leistungsfähigen Reaktoren zu beraten, treffen sich 1958 Vertreter:innen der damals noch im Aufbau befindlichen Forschungszentren Karlsruhe und Jülich, der Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt (heute: Hereon) und der Kernforschungsinstitute einiger Universitäten. Gemeinsam gründen sie den „Arbeitsausschuss für Verwaltungs- und Betriebsfragen der deutschen Reaktorstationen“.

Anfangs geht es diesem Gremium vor allem um den Erfahrungsaustausch zu Betriebs- und Sicherheitsfragen, doch schon bald ergänzen weitere Themen die Diskussionen: Fragen zu Ausbildung und Besoldung oder zur Patentbehandlung werden relevant.

In den 1960er Jahren stoßen Zentren zu unserer Gemeinschaft, die in anderen Wissenschaftsfeldern ähnliche Fragen lösen müssen: Das Deutsche Elektronen-Synchrotron zum Beispiel, aber auch die Gesellschaft für Strahlenforschung (heute: Helmholtz-Zentrum München), die Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (heute: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und die Gesellschaft für Schwerionenforschung.

Das Verhältnis zum Staat wird geklärt

Dieser Zusammenschluss von Forschungszentren gibt sich Struktur und Satzung. Anfang des Jahres 1970 gründen die Vertreter:innen der Zentren die „Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen“ (AGF) und beschließen Leitlinien für das Verhältnis zur Politik: In partnerschaftlichem Zusammenwirken soll der Staat grundlegende Aufgabenstellungen festlegen. Die Durchführung der Aufgaben soll jedoch den Forschungszentren in Eigenverantwortung obliegen.

Weitere Institutionen folgen: 1975 wird das Deutsche Krebsforschungszentrum Mitglied der Arbeitsgemeinschaft, ein Jahr später kommt die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (heute: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung) dazu. 1983 wird das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Mitglied. Und nach der Wiedervereinigung nimmt die Gemeinschaft neu gegründete Zentren aus den ostdeutschen Bundesländern auf: das GeoForschungsZentrum Potsdam, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und das UFZ-Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (heute: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ).

Stärke und Exzellenz durch Integration und stärkere Eigenverantwortlichkeit

1995 wandelt sich die AGF schließlich in die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Damit kommen die Zentren ihrer Forderung nach Eigenverantwortlichkeit einen weiteren Schritt näher: Seither gibt ein hochrangig besetzter Senat Empfehlungen zu wichtigen inhaltlichen und strukturellen Fragen, etwa zu thematischen Schwerpunkten, zur Praxis der gemeinsam mit Hochschulen vorgenommenen Berufungen oder zu Grundsätzen des Begutachtungsverfahrens.

Im Jahr 2001 wird der lose Verbund der Gemeinschaft zu einem eingetragenen Verein von rechtlich selbstständigen Mitgliedern. Inhaltliches Kernstück dieser Reform ist die programmorientierte Förderung. Die Finanzierung unserer Forschung wandelt sich damit radikal: Sie erfolgt übergeordnet auf Ebene der Gemeinschaft.

Insgesamt 30 zentrenübergreifende Forschungsprogramme haben wir bisher entworfen - von international renommierten Gutachter:innen in Hinblick auf ihre strategische Relevanz und ihre wissenschaftliche Exzellenz eingehend geprüft.

An der Spitze der Gemeinschaft steht seit der Reform ein hauptamtlicher Präsident oder eine hauptamtliche Präsidentin. Mit dem Impuls- und Vernetzungsfonds verfügt dieser Posten über ein wirksames Förderinstrument, um strategische und inhaltliche Schwerpunkte zu setzen und wissenschaftliche Exzellenz mit der erforderlichen kritischen Masse zu fördern. Der Impuls- und Vernetzungsfonds schafft ein Anreizsystem, das den internen wissenschaftlichen Wettbewerb fördert.

Jeder Forschungsbereich der Gemeinschaft ist seit 2007 im Präsidium von Helmholtz durch einen Vizepräsidenten oder eine Vizepräsidentin vertreten. Zusätzlich stellt auch der kaufmännische Bereich zwei Vertreter:innen für diesen Posten.

Durch die Reformen der vergangenen Jahre hat Helmholtz eine hohe Dynamik erreicht: Die Bedeutung der Helmholtz-Gemeinschaft als größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands wächst auch in der internationalen Wahrnehmung stetig.

Diese Strahlkraft zieht weitere Mitglieder an: 2009 geht das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie aus der Fusion des ehemaligen Hahn-Meitner-Instituts Berlin und der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY) hervor. Im gleichen Jahr tritt auch das neugegründete Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) der Gemeinschaft bei.

Seit 2011 gehört das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) zu Helmholtz, 2012 wandelt sich das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zum GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Das CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit ist seit 2019 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft.

20 Jahre Helmholtz-Gemeinschaft

2015 feierte die Helmholtz-Gemeinschaft ihr 20jähriges Bestehen. In einer interaktiven Zeitreise zeigen wir Ihnen die wichtigsten Meilensteine aus den vergangenen 20 Jahren.

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