Impact Story #21

Strahlen, die Tumore präzise treffen

Moderne Krebsbehandlungen zielen immer genauer. Eine am GSI entwickelte Technik ermöglicht es, Tumore Schicht für Schicht zu bestrahlen – und gesundes Gewebe zu schonen.

Bei vielen Krebstherapien ist Präzision entscheidend: Tumorzellen sollen zerstört werden, ohne umliegendes Gewebe stark zu belasten. Klassische Strahlentherapie stößt dabei an Grenzen.

Am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung wurde dafür die aktive Raster-Scan-Technik für die Ionen- und Protonentherapie entwickelt. Dabei wird ein gebündelter Teilchenstrahl so gesteuert, dass er den Tumor punktgenau „abfährt“ und Schicht für Schicht bestrahlt – ähnlich einem dreidimensionalen Scan.

1997 wurde am GSI erstmals ein Patient mit dieser Methode behandelt. In einem Pilotprojekt folgten bis 2008 rund 440 Patientinnen und Patienten. Die Ergebnisse zeigten, dass sich Tumore präzise treffen und umliegendes Gewebe besser schonen lassen als mit früheren Verfahren.

Heute ist die Technik weltweit im Einsatz, etwa am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT). Sie ermöglicht neue Behandlungsoptionen, insbesondere für schwer zugängliche oder strahlenresistente Tumoren.

Bild: A. Zschau, GSI/FAIR