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Leibniz-Preise für Almut Arneth und Gabriel Martínez-Pinedo

Wichtigster deutscher Forschungspreis geht an KIT und GSI.

Die Leibniz-Preisträger:innen Almut Arneth und Gabriel Martínez-Pinedo. Bild: KIT / GSI

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderpreise im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm für das Jahr 2022 an zehn Forscher:innen vergeben. Zu den Leibniz-Preisträger:innen gehören auch Almut Arneth, Ökosystemforscherin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Karlsruhe, und Gabriel Martínez-Pinedo, theoretischer Physiker an der TU Darmstadt sowie am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt. Der Leibniz-Preis ist Deutschlands wichtigster Forschungsförderpreis für herausragende Arbeiten aus allen Wissenschaftsgebieten. Die Preisträger:innen erhalten je 2,5 Millionen Euro Preisgeld zur freien Verwendung für künftige Forschungen.

Almut Arneth (53) erhält den Leibniz-Preis 2022 für ihre herausragenden Forschungsarbeiten zu den Wechselwirkungen und Rückkopplungen zwischen Landökosystemen und dem Klimawandel. Ihre Arbeiten haben erheblich zu einem besseren Verständnis dieser Abhängigkeiten beigetragen, denn zum einen wirken sich Klimaveränderungen auf Ökosysteme aus, zum anderen verändert die Landnutzung das regionale Klima. So konnte Arneth zeigen, dass terrestrische biogeochemische Klimarückkopplungen zusammengenommen eine ähnliche Größenordnung haben wie die Rückkopplungen im physikalischen Klimasystem. Sie nahm die erste globale prozessbasierte Bewertung der von Pflanzen an die Atmosphäre abgegebenen sogenannten Isopren-Emissionen vor und konnte nachweisen, dass diese sich mit der globalen Erwärmung und dem Anstieg des Kohlendioxidgehalts erheblich verändern würden. In jüngster Zeit erforschte Arneth die Rolle von Bränden und Landnutzungsänderungen als globale Kohlendioxidquellen. Mit ihren Forschungsarbeiten verknüpft sie die bisher nur lose verbundenen Bereiche der Biodiversität und der Klimawissenschaft. Arneth ist seit 2012 Professorin am Institut für Meteorologie und Klimaforschung des KIT und leitet dort die Arbeitsgruppe Modellierung Globaler Landökosysteme.

Gabriel Martínez-Pinedo (52) wird für seine herausragenden Arbeiten in der theoretischen Astrophysik über die Entstehung der schweren Elemente mit dem Leibniz-Preis 2022 geehrt. Schwere Elemente mit Ordnungszahlen jenseits der von Eisen entstehen im Rahmen bestimmter astrophysikalischer Prozesse im Universum, wobei extreme Dichten von Neutronen notwendig sind. Wie diese astrophysikalischen Prozesse ablaufen, gehörte jedoch zu den ungelösten Problemen der Physik des 21. Jahrhunderts – hier führten die Forschungen von Martínez-Pinedo einen Paradigmenwechsel herbei: Nicht der Kollaps schwerer Sterne in Supernova-Explosionen ist der entscheidende Prozess, sondern die Verschmelzung von Neutronensternen. Auf dieser Erkenntnis aufbauend, konnte Martínez-Pinedo vorhersagen, dass ein solches Ereignis in der Beobachtung tausendmal heller als die in der Milchstraße bekannten Nova-Explosionen sein sollte; hierfür entstand der Begriff „Kilo-Nova“. Diese Vorhersage wurde tatsächlich verifiziert, als im Jahr 2017 erstmals eine Neutronensternverschmelzung mithilfe von Gravitationswellen und mit Teleskopen beobachtet werden konnte. Martínez-Pinedo ist Leiter der Theorieabteilung der GSI Darmstadt und Professor für Theoretische Nukleare Astrophysik an der TU Darmstadt.

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