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Drei Fragen an Bernhard Mittermaier

Bild: Ralf-Uwe Limbach / Forschungszentrum Jülich
Bernhard Mittermaier ist promovierter Chemiker und leitet die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich. Er ist Teil des Teams, das die DEAL-Verträge zur Stärkung und Verbesserung des Open-Access-Publizierens in Deutschland verhandelt hat.
Was ist das Spannendste an Ihrem Job?
Die Vertragsverhandlungen mit Verlagen, von der Einrichtungsebene über Konsortialverträge für die Helmholtz-Gemeinschaft bis hin zu den DEAL-Verträgen auf nationaler Ebene. Die Erfahrung, im Zuge der DEAL-Verhandlungen den Ausstand bei Elsevier mitorganisiert und damit letztlich einen milliardenschweren Konzern zum Einlenken bewegt zu haben, möchte ich nicht missen. Es geht dabei aber nicht mehr nur um den Zugang zu den Zeitschriften, das „Open Access“-Publizieren und den dafür zu zahlenden Preis. Inzwischen spielen auch Fragestellungen wie Datentracking, die Nutzung der Texte für KI sowie die Transformation des gesamten Publikationswesens in den Open Access eine wichtige Rolle. Sich in diese Themen einzuarbeiten, ist Herausforderung und Freude zugleich.
Wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen würden: Was wäre Ihr nächstes Projekt?
Ich würde ein KI-System mit wissenschaftlichen Volltexten entwickeln. Kommerziell erhältliche Systeme bauen entweder nur auf Metadaten und Abstracts auf oder beinhalten neben „Open Access“-Texten nur die Volltexte von einzelnen Verlagen. Beides ist unzureichend. Die grundlegende Architektur ist definiert, man müsste es nur angehen.
Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen und worüber würden Sie dann sprechen?
Mit Barack Obama. Ich halte ihn für eine sehr inspirierende Persönlichkeit und einen äußerst sympathischen und integren Menschen. Mit ihm würde ich darüber sprechen, wie es gelingen kann, die negativen Folgen für die Wissenschaft zu begrenzen, die durch die Maßnahmen der aktuellen US-Administration entstanden sind, und ihnen positive Strategien entgegenzusetzen.
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