Nachgefragt

Ist beamen möglich?

Bild: Shutterstock/lassedesignen

Es widerspricht zwar nicht den physikalischen Gesetzen. In der Rubrik "Nachgefragt" erklären wir, warum Beamen dennoch Science Fiction bleiben wird.

Das Beamen löst in der Science Fiction, etwa bei StarTrek, ein zentrales Problem von großen Raumschiffen: Wie können Menschen an Bord kommen bzw. auf einem Planeten landen, ohne dass das Raumschiff landen und wieder starten muss? Ein Teleporter scannt den Körper oder einen Gegenstand, analysiert die exakte Position jedes Atoms und sendet diese Information an einen anderen Ort, an dem der Reisende sogleich wieder materialisiert wird. Doch wie viele Atome hat eigentlich ein menschlicher Körper? Es sind etwa 10 hoch 28 – eine Eins mit 28 Nullen. Oder auch 10.000 Quadrillionen. Zum Vergleich: Die Gesamtinformation aller gedruckten Werke hat nur 18 Nullen. Wie der schnelle Transfer solcher Datenmengen funktionieren soll, ist schwer vorstellbar.

Falls ein Teleporter nicht die Information über die Atome sondern diese selbst in Form eines Energiestrahls übertragen sollte, stellen sich ähnlich Probleme: Nach der Formel Energie gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat ergibt sich das Energieäquivalent eines Menschen. Ein irrsinnig hoch Energiemenge, deren mögliche Übertragungsart völlig offen ist.

Ebenso unklar, ist wie das „Entmaterialisieren“ beim Ausgangstransporter und das zusammensetzende "Materialisieren" am Zieltransporter genau funktionieren könnte. Soll ein Transporter wirklich funktionieren, müsste man die Transfer-Materie auf eine Temperatur erhitzen, die eine Million Mal höher ist als die im Zentrum der Sonne, dies würde einen unglaublich hohen Energiebedarf bedeuten. All dies zusammen zeigt, wie weit wir von einem Transport wie aus StarTrek entfernt sind. Falls es überhaupt jemals möglich sein sollte, können wir doch mit hoher Sicherheit ausschließen, dass heute lebende Menschen dies erleben werden.

Stünde eine solche Technologie aber wirklich zur Verfügung, könnte sie außerdem direkt als Clone-Maschine genutzt werden. Ein Szenario mit unabsehbaren Folgen. Es stellt sich also nicht nur die Frage: Kann man beamen und falls ja: wann? Sondern auch: Will man so eine Technologie überhaupt? In einer Folge der klassischen StarTrek Serie wird Captain Kirk durch eine Fehlfunktion des Transporters versehentlich verdoppelt – in einen guten und einen bösen Kirk. Weitere ethische Fragen stellen sich bei Beamen von Lebewesen: Ist der Mensch mehr die Summe seiner physischen Bestandteile? Was passiert mit den Gedanken, der Persönlichkeit und einer möglichen Seele beim Beamen? Im StarTrek-Universum gibt es zum Beispiel Religionen, deren Anhänger wegen solcher Überlegungen jedes Beamen ablehnen.

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18.04.2019 , Henning Krause
Leserkommentare, diskutieren Sie mit (4)
CO 25-04-2019 11:04

Ganz ehrlich, setzen sie sich erstmal mit der Materie auseinander, bevor sie so einen halb garen Artikel veröffentlichen.

Henning Krause (Autor, Helmholtz-Kommunikation) 25-04-2019 15:04

Liebe(r) CO,
Sie finden den Artikel halbgar. Gerne würde ich erfahren, was Sie an den Text konkret kritisieren.
Viele Grüße aus der Helmholtz-Kommunikation! Henning Krause

Thomas Barz 2 Wochen

Generell gilt auch für Ihren Artikel meines Erachtens nach ein Denkfehler, den alle machen, die sich mit diesem Thema beschäftigen: Sie gehen davon aus, dass man jedes einzelne Atom beamen müsste. Ich habe einen anderen Denkansatz: was wäre, wenn man um das zu beamende Objekt ein Feld erzeugt und dieses Feld mitsamt Inhalt an einen anderen Ort beamen könnte. Ich denke, von dieser Sichtweise aus sollte man an dieses Problem herangehen. Kommentare zu diesem Denkansatz gerne erwünscht ...

Markus 2 Wochen

Ihre Ausführungen zur Energie usw. sind sicher korrekt.
Das Problem der Unschärferelation ignorieren Sie jedoch. Diese schließt nach meiner Einschätzung eine exakte Impuls Ortsbestimmung aus. Dies wäre wohl nötig
Um noch auf das von Ihnen erwähnte Star Trek Universum zu kommen. Die Beamer besitzen dort einen Heisenberg-Kompensator...

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