Helmholtz Diversity Weeks 2026
Vielfalt ist essenziell für Forschung und Innovation – und sie hat viele Facetten. Unter dem Motto „Zusammenhalt leben“ präsentieren wir vom 19. Oktober bis zum 6. Dezember in sieben Talks sieben Dimensionen der Diversität.
Hinweis: Die Veranstaltungen finden virtuell statt. Es gibt für alle Vorträge eine Simultanübersetzung (Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch) sowie eine Verdolmetschung in deutsche Gebärdensprache.
Termine
Auftaktveranstaltung: KI verändert die Welt. Aber für wen? Künstliche Intelligenz und Gender
Geschlecht & geschlechtliche Identität
Paneldiskussion: Diversität und Zusammenhalt in der Helmholtz-Gemeinschaft
Diskussionsteilnehmende: Prof. Dr. Martin Keller (Helmholtz-Präsident), Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (wissenschaftliche Geschäftsführung des UFZ), Prof. Dr. Jan S. Hesthaven (Präsident des KIT)
Moderation: Anne Freese (DESY) und Gholamhossein Movahedian (DKFZ), Sprecher*innen des Helmholtz Diversity Netzwerks
Fachvortrag: Künstliche Intelligenz und Gender
Dr. Eva Gengler
Künstliche Intelligenz ist nicht neutral: In Daten, Algorithmen und Anwendungen können bestehende gesellschaftliche Machtverhältnisse und Ungleichheiten fortgeschrieben werden. Dr. Eva Gengler, Wirtschaftsinformatikerin und Expertin für eine intersektional-feministische Perspektive auf KI, zeigt, wie Gender Bias und andere Formen von Diskriminierung in KI entstehen und wen sie betreffen. Als Co-Founderin der feminist AI Community und Autorin des Buches „Feministische KI“ gibt sie Impulse dafür, wie KI gerechter und verantwortungsvoller gestaltet werden kann.
19.10.2026 | 10-11.30 Uhr | Deutsch
Wechseljahre: Herausforderungen meistern – auch im Job!
Alter
Anke Sinnigen
Eine von zehn Frauen kündigt aufgrund gesundheitlicher Herausforderungen ihren Job, viele reduzieren ihre Stunden oder lehnen eine Beförderung ab. Denn die Wechseljahre machen vor der Bürotür nicht halt, sondern sind auch oft am Arbeitsplatz herausfordernd. Dabei können eine offene Kommunikation und kleine Anpassungen im Arbeitsumfeld Großes bewirken. Der Vortrag stellt die häufigsten Beschwerden (am Arbeitsplatz) und deren Behandlungsmöglichkeiten vor - außerdem gibt es Tipps für den Umgang mit den Wechseljahren im Job.
27. Oktober 2026 | 10-11.30 Uhr | Deutsch
Wer darf in der Wissenschaft dazugehören? Migration, Ethnizität und die Strukturen akademischer Karrieren
Migrationsgeschichte & Nationalität
Dr. Jennifer Chan de Avila
Internationale Forschende sind ein strukturelles Merkmal der deutschen Wissenschaft, doch die Bedingungen, die ihre Karrieren prägen, werden selten als institutionelle Frage betrachtet. Dieser Vortrag geht der Frage nach, was die Laufbahnen von Forschenden mit Migrationserfahrungen tatsächlich bestimmt. Diskriminierung spielt dabei eine Rolle. Ebenso die alltäglichen Rahmenbedingungen aus Visabestimmungen, Verwaltungsverfahren, Sprachanforderungen, Vertragsstrukturen, informellen Netzwerken und ungleichem Zugang zu institutionellen Ressourcen.
Ausgehend von intersektionaler Forschung sowie von Arbeiten zu Gender und organisationaler Ungleichheit untersucht der Vortrag, wie sich Migration und Ethnizität mit Geschlecht, sozialer Herkunft, Behinderung und Karrierephase überschneiden und dadurch prägen, wer sich in einer Forschungseinrichtung zugehörig fühlt, wer wirklich gleichberechtigt teilhaben kann und wessen wissenschaftliche Produktivität im Stillen ausgebremst wird.
Was würde es bedeuten, nicht mehr nur einzelne internationale Forschende zu unterstützen, sondern die Strukturen, Politiken und Kulturen neu zu gestalten, die eine solche Unterstützung überhaupt erst nötig machen?
02. November 2026 | 13-14.30 Uhr | Englisch
Vielfalt in Religion und Weltanschauungen wertschätzen
Religion & Weltanschauung
Prof. Dr. Lorenz Narku Laing
Wie können wir ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem Menschen mit unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen Wertschätzung, Zugehörigkeit und Raum für ihre Perspektiven erfahren? Der Vortrag von Prof. Dr. Lorenz Narku Laing beleuchtet die Bedeutung von Glaubensfreiheit am Arbeitsplatz, den offenen Dialog in einer vielfältigen Gemeinschaft und die Frage, was uns trotz unterschiedlicher Überzeugungen verbindet. Gemeinsam schauen wir darauf, wie wir Vielfalt als Bereicherung erleben und damit wissenschaftliche Exzellenz stärken können.
10. November 2026 | 16.30-18 Uhr | Englisch
Warum reden wir im Jahr 2026 immer noch über Pride? Gleichberechtigung für Queers und Inklusion am Arbeitsplatz
Sexuelle Orientierung
Christian Boß
Viele Menschen setzen sich für Gleichberechtigung ein. Dennoch überlegen queere Mitarbeiter*innen nach wie vor sorgfältig, wann, wo und ob sie am Arbeitsplatz ganz sie selbst sein können. Warum ist Pride also immer noch wichtig? Was passiert, wenn Menschen schweigen? Und welche Rolle spielt ihr – als Kolleg*innen, Führungskräfte und Verbündete – dabei, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle entfalten können?
Nehmen Sie gemeinsam mit Christian Boß, Projektleiter bei der PROUT AT WORK Foundation, an einem interaktiven „Lunch & Learn“ teil, bei dem wir die Realitäten hinter dem Pride-Monat beleuchten und erörtern, was (queere) Inklusion im Arbeitsalltag bedeutet. Freuen Sie sich auf praktische Einblicke, Daten, persönliche Geschichten und einen offenen Austausch über Terminologie, sexuelle Orientierung, Coming-out, Allianzen und die berufliche Bedeutung von Zugehörigkeit. Ausgehend von seinen persönlichen Erfahrungen sowie seiner Arbeit mit Organisationen in ganz Deutschland schafft Christian einen Raum für offenen und respektvollen Dialog, in dem Neugier und Fragen willkommen sind und von niemandem erwartet wird, bereits alles zu wissen.
Unabhängig davon, ob Sie sich selbst als queer identifizieren, sich noch in der sexuellen Orientierung befinden oder nicht: Diese Veranstaltung richtet sich an alle, die verstehen möchten, wie Inklusion Kultur, Zusammenarbeit und Leistung prägt. Ohne Verbündete gibt es keine Inklusion. Während beim Pride oft queere Stimmen im Mittelpunkt stehen, findet bedeutender Wandel erst dann statt, wenn sich alle an der Diskussion beteiligen.
18. November 2026 | 10.30-12 Uhr | Deutsch
Wer gilt als exzellent? Soziale Herkunft und Klassismus in der Wissenschaft
Soziale Herkunft
Prof. Dr. Francis Seeck
Klassismus bezeichnet Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft oder sozialen Position. In der Wissenschaft zeigt er sich unter anderem in Zugängen zu Netzwerken, Karrierechancen, Beschäftigungsbedingungen und Vorstellungen davon, wer als „exzellent" gilt. Der Vortrag nimmt diese Ungleichheiten auf wissenschaftlichen Karrierewegen in den Blick.
26. November 2026 | 10-11.30 Uhr | Deutsch
Look.at.Me. – Wie Organisationen von Inklusion profitieren
Körperliche & geistige Fähigkeiten
Sebastian Wächter
Wie können Institutionen Inklusion wirklich umsetzen? Über bloße Lippenbekenntnisse hinaus und indem sie Vorurteile und Bedenken ernsthaft angehen. So stellen sie sicher, dass sie talentierte, kreative und gut qualifizierte Mitarbeitende mit speziellen Fähigkeiten gewinnen.
Sebastian Wächter wird uns durch das Thema führen und dabei auf seine eigenen Erfahrungen als Mitarbeiter mit einer schweren Behinderung zurückgreifen. Er wird Einblicke geben und Vorurteile hinterfragen – oft mit einem Hauch von Humor. Finde heraus, wie Vielfalt funktionieren kann und wie deine Einrichtung – und wir alle – davon profitieren können.
3. Dezember 2026 | 10-11.30 Uhr | Deutsch