Ute Mons. Bild: DKFZ

Resonator-Podcast

„Verbot von Tabakwerbung ist überfällig“

In unserem Forschungspodcast spricht Moderator Holger Klein mit Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum unter anderem darüber, warum sich die Politik so schwer damit tut, die Tabaksteuer deutlich zu erhöhen und Werbung ganz zu verbieten.

„Das Rauchen mit all seinen Folgen kostet die Gesellschaft jedes Jahr etwa 80 Milliarden Euro. Demgegenüber stehen 14 Milliarden Euro Steuereinahmen. Das ist ein ziemliches Minusgeschäft", rechnet die Epidemiologin Ute Mons vom DKFZ vor. Wer einem Wirtschaftszweig mit gut funktionierender Lobby-Arbeit in die Quere kommt, tut gut daran, seine Argumente unemotional vorzutragen, und mit Zahlen zu belegen. Genau das tut Mons, die im August letzten Jahres die Leitung der Stabsstelle Krebsprävention am DKFZ übernommen hat. Erreichen will sie mit ihren Argumenten die Politik und die Öffentlichkeit. Denn die Aufgabe der Stabsstelle ist neben der wissenschaftlichen Untersuchung von Maßnahmen auch, Empfehlungen zu entwickeln. 

In Folge 103 unseres Forschungspodcast spricht sie darüber, was getan werden müsste, um die Menschen dazu zu bringen, weniger zu rauchen: „Steigen die Tabaksteuern, fangen weniger Menschen mit dem Rauchen an und mehr hören damit auf“, sagt Mons. Dass höhere Steuern wirksam sind, hat sich immer wieder gezeigt. In Australien etwa, wo eine Schachtel Zigaretten umgerechnet fast 15 Euro kostet, rauchen heute nur noch zehn Prozent der Bevölkerung. In Deutschland sind es immer noch 25 Prozent. Eine weitere Empfehlung ist ein generelles Werbeverbot für Tabakprodukte. „Werbung wirkt besonders bei jungen Menschen. Bei einem Werbeverbot würden weniger junge Menschen mit dem Rauchen anfangen“, sagt Mons. 

Wenn das alles bekannt und auch belegt ist, warum ist es dann so schwierig, die Erkenntnisse in Politik zu übersetzen? Auch dazu hat Ute Mons eine klare Meinung, wie sie im Gespräch mit Moderator Holger Klein hören können.

Informationen zur Tabakkontrolle (DKFZ)

"Raucherparadies Deutschland" (Pressemeldung DKFZ)

24.03.2017 , Martin Trinkaus

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