Die strategische Bewertung der Forschungsprogramme

Die Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft wird regelmäßig durch hochrangige, internationale Wissenschaftler evaluiert. Diese Begutachtung erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt, der wissenschaftlichen Begutachtung, bewerten die Panels die wissenschaftliche Leistung der Forschung. Diese Begutachtung fand zwischen Oktober 2017 und April 2018 statt. Rund 600 internationale Fachexperten aus 27 Ländern waren beteiligt.

Die strategische Bewertung, die zwischen September 2019 und Februar 2020 stattfindet, hat das Ziel, die Programme inhaltlich zu justieren und eine Grundlage für die Verteilung der Finanzmittel auf die Programme zu erstellen. Auch hier nimmt ein hochkarätig besetztes Gremium aus internationalen, unabhängigen Wissenschaftlern die Programme unter die Lupe. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begutachtung und die im Dialog mit den Zuwendungsgebern – also Bund und Ländern – erarbeiteten strategischen Vorgaben fließen in die Begutachtung ein. Daher sind die Vorsitzenden aus der wissenschaftlichen Begutachtung Teil der Gutachtergruppe. Die Gutachter prüfen auf dieser Grundlage, ob die Forschungsprogramme richtig aufgestellt sind, und erarbeiten Empfehlungen für die Neuausrichtung der Helmholtz-Programme in den kommenden Jahren. Diese Ergebnisse werden im Senat der Helmholtz-Gemeinschaft beraten. Der Senat ist mit externen Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft besetzt. Der Helmholtz-Präsident hat den Vorsitz. Das Gremium entscheidet schließlich auf Grundlage der Gutachter-Ergebnisse über die Höhe der Fördermittel für die einzelnen Forschungsprogramme in den kommenden Jahren. 

In der strategischen Bewertung bewerten die Gutachter die Ziele der Programme mit den folgenden Fragestellungen:  

  1. Ziele: Passen die Ziele der Forschungsprogramme zur internationalen Entwicklung im jeweiligen Themengebiet? Adressieren sie gesellschaftliche und wissenschaftliche Herausforderungen? Passen sie zur Helmholtz-Mission?
  2. Arbeitsprogramm: Ist das Programm so strukturiert, dass die Ziele erreichbar sind, es gleichzeitig Raum für Flexibilität bleibt? Sind die wissenschaftlichen Ansätze originell und die Kooperationen passend und gewinnbringend? Werden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begutachtung berücksichtigt?
  3. Kompetenzen und Ressourcen: Stimmen die Kompetenzen und damit verbunden Ressourcen des Programms und seiner Forscher? Hat das Programm damit das Potenzial für internationale Führung und bahnbrechende Forschung? 
  4. Nutzen und Risiko: Entfaltet das Programm die beabsichtigte Wirkung im Forschungsbereich? Könnte es sogar der Kern für völlig neue Forschungsfelder sein? Wo liegen die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken?

Die Gutachter geben darüber hinaus konkrete Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Forschungsbereichs und seiner Programme ab und bewerten die Nutzergeräte, die die Helmholtz-Gemeinschaft Forschern aus aller Welt zur Verfügung stellt.

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