Der Helmholtz-Inkubator

Datenbasierte Forschung entwickelt sich in atemberaubendem Tempo. Daher wurde der Helmholtz-Inkubator gegründet, um die Kompetenzen der Gemeinschaft auf diesem Gebiet zu bündeln und informationsbasierte Forschung völlig neu zu definieren.

Wissenschaft und Forschung erzeugen heute enorme Datenmengen und eröffnen damit gänzlich neue Perspektiven für den Erkenntnis- und Informationsgewinn. Die Verarbeitung und Analyse dieser komplexen und immer umfangreicheren Datenmengen ist für das gesamte Wissenschaftssystem eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Helmholtz ist auf diesem Gebiet mit seinem weiten Spektrum von Big Data Analytics, Supercomputing, dem gesamten Data-Lifecycle sowie der Softwareentwicklung bis hin zu künstlicher Intelligenz und Robotik hervorragend positioniert. In allen  Einzeldisziplinen, aber gerade auch in ihrem Zusammenspiel, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten. Um die herausragenden Kompetenzen und die enormen Datenschätze der Gemeinschaft zusammenzuführen und zu stärken, hat Helmholtz im Jahr 2016 den Helmholtz-Inkubator Information & Data Science ins Leben gerufen.

In den Inkubator entsendet jedes Zentrum zwei Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler, die durch Expertinnen und Experten aus forschenden  Unternehmen unterstützt werden. Mit dem Inkubator verfolgt Helmholtz das Ziel, kreative Köpfe aus der gesamten Gemeinschaft regelmäßig miteinander in Interaktion zu bringen, Grundlagen für innovative, interdisziplinäre Netzwerke und Ansätze zu schaffen sowie zukunftsweisende Themenfelder und disruptive Pilotprojekte zu identifizieren. So katalysierte der Inkubator die Entwicklung von fach- und disziplinübergreifenden Projektvorhaben, welche die üblichen Disziplin- und Forschungsbereichsgrenzen überwinden: Aus zahlreichen Anträgen wurden im Juni 2017 fünf interdisziplinäre Pilotprojekte mit einem Fördervolumen von 18 Millionen Euro ausgewählt, die bereits erste Früchte tragen. Weitere innovative Pilotprojekte werden im Rahmen der ersten großen InkubatorKonferenz im Herbst 2018 vorbereitet.

Parallel zur Identifikation zukunftsweisender Pilotprojekte hat der Inkubator einen umfassenden Strategieprozess innerhalb der Gemeinschaft angestoßen. Über zwei Jahre hinweg haben sich mehr als 130 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und zehn Berater aus namhaften, forschenden Unternehmen eingebracht. In über 30 Workshops und AG-Treffen wurden weitreichende Analysen, Standortbestimmungen und Konzeptentwürfe entwickelt. Das gesamte HelmholtzTop-Management beriet in einer außerordentlichen Sitzung aller Vorstände die wichtigsten Anregungen des Inkubators und entwickelt zurzeit, aufbauend auf diesem wertvollen Input, Digitalisierungsstrategien für alle Ebenen der Gemeinschaft. Das Inkubator-Projektteam und die Vorstände haben dabei fünf Themenfelder besonderer strategischer Bedeutung für die gesamte Gemeinschaft identifiziert:

Künstliche Intelligenz & Maschinelles Lernen: Diese Verfahren ermöglichen die Beantwortung völlig neuer wissenschaftlicher Fragestellungen. Der Inkubator entwickelt eine Technologie-Plattform, auf der die Expertise, das Methodenwissen und technische Lösungen aus allen Forschungsbereichen gebündelt, weiterentwickelt und mit weiteren Partnern zusammengeführt werden kann.

Bilddatentechnologien: Ein immer größerer Teil von Informationen wird in Bildform erhoben und verarbeitet. Daher wird es von essenzieller Bedeutung für sämtliche Felder moderner Forschung sein, bildgebende Verfahren und intelligente Methoden zur Analyse von Bilddaten zu beherrschen. Helmholtz plant daher die systematische Weiterentwicklung und konsequente Verwertung neuester Ansätze einer digitalen, auf maschinellem Lernen basierenden Bildverarbeitung.

Metadaten & Wissenssysteme: Um Wissen aus der stetig steigenden Komplexität und Vielfalt von Daten zu generieren, die Ergebnisse zu reproduzieren oder sie nutzen zu können, ist ein zukunftsweisendes Metadaten-Management erforderlich. Vielversprechende Ansätze aus verschiedenen Bereichen sollen auf einer Plattform verfügbar gemacht werden. Wir leisten in diesem Kontext auch wesentliche Beiträge zum Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).

Basistechnologien und grundlegende Dienste: Um moderne Forschungskooperationen bestmöglich zu unterstützen, ist ein leistungsfähiges  Forschungsnetzwerk mit unterstützenden Dienstleistungen, Cloud-Technologien und innovativer Software-Entwicklung erforderlich. Helmholtz hat hier bereits umfangreiche Kompetenzen und wird die Entwicklung dieser Technologien systematisch ausbauen.

Wissenschaftlicher Nachwuchs: Der Inkubator hat bereits zahlreiche Aktivitäten angestoßen, um ein neuartiges Netzwerk postgradualer Ausbildung zu schaffen. Dieses Netzwerk wird auf sechs regionalen Helmholtz Information & Data Science Schools (HIDSS) aufbauen, die derzeit in enger Zusammenarbeit mit Partner-Universitäten ausgestaltet werden. Darüber hinaus erarbeitet der Inkubator ein Konzept, um sie künftig in einem Verbund zu vernetzen – einer Helmholtz Information & Data Science Academy (HIDA).

Durch die konsequente Verfolgung dieser Ziele wird Helmholtz die eigenen Stärken weiter ausbauen und entscheidende Beiträge dazu leisten, die deutsche Wissenschaft in der internationalen Spitzenposition zu halten sowie Anknüpfungspunkte für nationale und internationale Partner in einem hochattraktiven Themenfeld zu bieten.

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Kontakt

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    • Dr. Andreas Kosmider
    • Bereichsleiter Strategische Initiativen
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    • Lars Mehwald
    • Mitarbeiter Bereich Strategische Initiativen
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    • Susan Trinitz
    • Referentin Bereich Strategische Initiativen