Uhrwerk Ozean

Die Jagd nach den Meereswirbeln

Foto: DZR, Deutsche Zeppelin Reederei

"Uhrwerk Ozean" heißt eine Expedition, die kleine Meereswirbel aufspürt und untersucht. Meeresforscher wollen verstehen, welchen Einfluss die unzähligen kleinen Wirbel auf den Nahrungs- und Energiehaushalt des Meeres haben. Erstmals kam dabei auch ein Zeppelin in der Küsten- und Meeresforschung zum Einsatz.

Wissenschaftlern ist es gelungen, kleine, oberflächennahe Wirbel aufzuspüren und ihre Eigenschaften wie Lebenszeit, Größe und Temperaturverteilung zu messen. Bislang wissen die Forscher kaum mehr über diese kurzlebigen Wirbel mit einer Größe von 100 Metern bis 10 Kilometern, als dass sie in großer Zahl existieren. Sie wollen verstehen, was die Wirbel für die Ozeanzirkulation, das globale Klima und die Produktion von Mikroalgen bedeuten. 

Im Zentrum einer 12-tägigen Expedition stand ein 75 Meter langer, mit Spezialkameras bestückter Zeppelin. Er sollte die Wirbel aufspüren und kann anders als die bislang eingesetzten Forschungsflugzeuge direkt über ihnen verharren und sie beobachten. Die Forscher können so unter anderem beobachten, wie sich das kalte, nährstoffreiche Wasser im Kern des Wirbels mit dem außen liegenden Wasser vermischt und wie die Mikroalgen darauf reagieren. Sie vermuten, dass die kleinen Meereswirbel einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Energietransport und die Mikroalgenproduktion in den Weltmeeren haben. Letzteres ist zentral, denn die mikroskopisch kleinen Algen stehen am Anfang der marinen Nahrungskette.

„Die Expedition wird unser Verständnis von klimatischen und ozeanografischen Zusammenhängen grundlegend verändern“, sagte Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft bei der Vorstellung der Expedition in Berlin. „Sie zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie wichtig es für uns alle ist, dass sich unsere besten Köpfe den großen gesellschaftlichen Herausforderungen annehmen.“ Begleitet wurde der Zeppelin von mehreren Forschungsschiffen, die ihn bei den Messungen unterstützen, darunter ein Schnellboot, das eine Messkette mehrmals durch den Wirbel ziehen soll.

„Die kleinen Meereswirbel sind noch immer eines der großen Rätsel der Ozeanografie dar“, erläuterte Burkard Baschek, vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht. Baschek leitete die Expedition an der mehr als 40 Ozeanographen mitwirken. Neben dem Helmholtz-Zentrum waren das Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), die Universität Lübeck, das Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven, sowie das Naval Research Laboratory und die Woods Hole Oceanographic Institution aus den USA an der Expedition beteiligt.

In einem Interview blickt Baschek zurück auf die Expedition

Weitere Links: 

Video der Pressekonferenz am 16. Juni zum Start der Zeppelin-Expedition

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (16.06.2016)

Bildergalerie

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Fotos zum Download

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Podium der Pressekonferenz (Credit: David Ausserhoffer)

Podium der Pressekonferenz vorm Zeppelin (Credit: David Ausserhoffer)

Start der Zeppelinfahrt über Berlin (Credit: David Ausserhoffer)

Zeppelin über Berlin (Credit: Helmholtz-Gemeinschaft)

Zeppelin (Credit: Helmholtz-Gemeinschaft)

Zeppelin beim Reichstag (Credit: Astrid Blank)

Zeppelin mit Reichstag und Fernsehturm (Credit: Astrid Blank)

Weitere Impressionen aus den sozialen Netzwerken: 

15.06.2016 , Martin Trinkaus
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