Impact Story #15

Sauberes Grundwasser mit Carbo-Iron

Viele Böden und Grundwasserleiter sind mit giftigen Industriechemikalien belastet. Ein am UFZ entwickeltes Material hilft, diese Schadstoffe direkt im Untergrund abzubauen.

Weltweit sind zahlreiche Böden und Grundwasserleiter durch halogenorganische Schadstoffe verunreinigt – etwa durch Lösungsmittel aus der Industrie. Diese Stoffe können über Jahrzehnte im Untergrund bleiben und Risiken für Umwelt und Gesundheit darstellen.

Forschende am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) entwickelten dafür ein neuartiges Verbundmaterial: Carbo-Iron®. Es besteht aus mikroskopisch kleinen Partikeln aus nullwertigem Eisen und Aktivkohle. Das Material wird als Suspension direkt in belastete Grundwasserbereiche injiziert.

Dort kann es sich im porösen Untergrund verteilen und Schadstoffe aufnehmen. Die Aktivkohle bindet die Moleküle, während das Eisen sie durch chemische Reduktionsreaktionen in weniger schädliche Verbindungen umwandelt. So lassen sich kontaminierte Bereiche gezielt behandeln, ohne große Bodenmengen ausheben zu müssen.

Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten für die Sanierung von Schadstoffquellen im Untergrund. Seit 2017 wird Carbo-Iron® vom Unternehmen Intrapore kommerziell vertrieben und weltweit bei Grundwassersanierungen eingesetzt.

Ein Beispiel dafür, wie Helmholtz-Forschung Wissen in Wirkung verwandelt.