Impact Story #05

Röntgenblick in die Vergangenheit

Viele historische Kunstwerke und Manuskripte sind zu empfindlich, um sie für Untersuchungen mechanisch zugänglich zu machen. Moderne Röntgentechnologie macht verborgene Details sichtbar – nicht-invasiv und ohne die Objekte zu beschädigen.

Jahrtausende alte Schriftrollen, Gemälde oder archäologische Funde bergen oft verborgene Informationen, an die nicht ohne Weiteres heranzukommen sind. Das Öffnen, Freilegen oder Reinigen könnte die empfindlichen Objekte zerstören. Forschende am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY), am Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) nutzen deshalb ausgeklügelte Röntgenmethoden, um solche Kulturgüter zerstörungsfrei zu untersuchen.

An großen Forschungsanlagen wie den Synchrotronstrahlungsquellen PETRA III (DESY) oder BESSY II (HZB) beziehungsweise dem Ionenstrahlzentrum (HZDR) erzeugen sie extrem intensives Röntgenlicht beziehungsweise Ionenstrahlen. Damit lassen sich selbst feinste Materialuntersuchungen bewerkstelligen – etwa um chemische Zusammensetzung von Pigmente in Gemälden oder Tintenresten in antiken Schriftrollen festzustellen.

So konnten Forschende bereits neue Einblicke zu berühmten Objekten gewinnen, darunter verborgene Bilder unter Gemälden von Vincent van Gogh, Material‑ und Spurenanalysen der Goldauflagen und Bronzelegierung von der Himmelsscheibe von Nebra oder auch verborgene Schriftzüge in fragilen historischen Papyrusrollen.

Museen und Forschungseinrichtungen aus aller Welt lassen solche Objekte an Forschungsanlagen der Helmholtz-Gemeinschaft untersuchen, um verborgene Informationen sichtbar zu machen und unser Kulturerbe besser zu bewahren.

Ein Beispiel dafür, wie Helmholtz-Forschung Wissen in Wirkung verwandelt.