Impact Story #10

Implantate, die sich auflösen

Knochenbrüche werden oft mit Metallimplantaten stabilisiert – die später wieder entfernt werden müssen. Neue Materialien aus der Helmholtz-Forschung könnten eine zweite Operation überflüssig machen.

Nach einem Knochenbruch kommen häufig Implantate aus Titan oder Edelstahl zum Einsatz. Sie stabilisieren den Knochen, müssen aber meist in einem weiteren Eingriff wieder entfernt werden – ein zusätzlicher Belastungsfaktor für Patientinnen und Patienten.

Forschende am Helmholtz-Zentrum Hereon arbeiten deshalb seit vielen Jahren an einer Alternative: Implantaten aus Magnesium. Das Metall ist biokompatibel und kann sich im Körper nach einiger Zeit selbst abbauen. Ziel ist es, dass sich das Implantat nach der Heilung vollständig auflöst – ohne operativen Eingriff.

Die Entwicklung solcher Materialien ist komplex. Neben der richtigen Legierung spielen auch Herstellungsverfahren und das Verhalten im Körper eine entscheidende Rolle. Um diese Prozesse besser zu verstehen, nutzen die Forschenden unter anderem digitale Modelle („digitale Zwillinge“) und experimentelle Studien, um das Zusammenspiel von Material und Gewebe zu simulieren und zu optimieren.

Langfristig könnten solche Implantate nicht nur Operationen vermeiden, sondern auch die Heilung unterstützen – etwa bei Kindern oder komplexen Frakturen.

Ein Beispiel dafür, wie Helmholtz-Forschung Wissen in Wirkung verwandelt.