
Impact Story #06
Gezielte Strahlung gegen Prostatakrebs
Für Männer mit metastasiertem Prostatakrebs gab es lange nur begrenzte Therapieoptionen. Ein in Heidelberg entwickeltes Medikament verbessert heute weltweit die Behandlungschancen.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland – jährlich erkranken rund 70.000 Patienten. Besonders schwierig wird die Behandlung, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben und herkömmliche Therapien nicht mehr wirken.
Forschende am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) entwickelten gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Universität Heidelberg einen neuen Ansatz der zielgerichteten Strahlentherapie. Das Medikament Lutetium-177-PSMA-617 – Handelsname Pluvicto – bindet gezielt an das Oberflächenprotein PSMA auf Prostatakrebszellen. Das daran gekoppelte radioaktive Isotop Lutetium-177 sendet Strahlung über wenige Millimeter aus und zerstört so Tumorzellen gezielt.
Klinische Studien zeigten einen deutlichen Nutzen: In der internationalen Phase-III-Studie VISION verlängerte die Therapie die Überlebenszeit und verringerte das Risiko für Krankheitsfortschreiten oder Tod im Vergleich zur bisherigen Standardbehandlung deutlich. 2022 wurde das Medikament in den USA und Europa zugelassen.
Heute eröffnet Pluvicto Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs eine neue Behandlungsoption.
Ein Beispiel dafür, wie Helmholtz-Forschung Wissen in Wirkung verwandelt.