
Impact Story #04
Früherkennung von Knochenschwund
Osteoporose bleibt oft lange unentdeckt – bis ein Knochen bricht. Eine Ausgründung aus der Meeresforschung ermöglicht heute eine frühere Diagnose.
Osteoporose betrifft weltweit Millionen Menschen. Der schleichende Verlust von Knochenmasse bleibt häufig unbemerkt, bis es zu Brüchen kommt. Frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um rechtzeitig gegensteuern zu können.
Die Grundlage für eine neue Diagnostik entstand überraschend in der Meeresforschung. Am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel untersuchten Forschende, wie sich Veränderungen des Calciumhaushalts in Korallen präzise messen lassen. Die zugrunde liegenden biochemischen Methoden wurden später auf den menschlichen Knochenstoffwechsel übertragen.
2018 entstand daraus die Ausgründung Osteolabs. Das Unternehmen entwickelte den OsteoTest, eine Blutdiagnostik auf Basis des Biomarkers CIM (Calcium Isotope Marker). Der Test kann beginnenden Knochen-Calciumverlust häufig früher erkennen als klassische bildgebende Verfahren wie die DXA-Knochendichtemessung.
Der Vorteil: Ärztinnen und Ärzte können das Risiko für Knochenschwund früher feststellen und Therapien gezielter anpassen – etwa durch Medikamente, Ernährung oder Bewegung. Was aus Grundlagenforschung zur Kalkbildung in Korallen entstand, hilft heute dabei, Osteoporose früher zu erkennen und Knochenbrüche zu verhindern.