Citizen Science

Eigentlich ist es ein Kompliment an die Wissenschaft: Immer mehr Menschen wünschen sich, bei Forschungsprojekten stärker einbezogen zu werden, mehr mitreden und auch mitmachen zu können. Doch in der Vergangenheit taten sich viele Forscher schwer, wenn es darum ging, so genannten Laien einen Platz in der Wissenschaft einzuräumen. Citizen Science, zu Deutsch Bürgerwissenschaften, will das ändern. Wissenschaftler aller Fachrichtungen engagieren sich für diesen neuen Ansatz, der das Wissen, die Motivation und die Neugier ganz normaler Bürger für neuartige Forschungsprojekte mobilisieren will. Auch die Helmholtz-Gemeinschaft war Partner der Initiative BürGEr schaffen WISSen – Wissen schafft Bürger (GEWISS), die von 2014-2016 lief. GEWISS hat es geschafft, die Bürgerwissenschaften in Deutschland zu bündeln, Forscher und Bürger zu vernetzen, den Austausch zwischen den Projekten zu fördern und neue Aktivitäten auf den Weg zu  bringen. In den Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft laufen bereits unterschiedliche Citizen-Science-Projekte. Eine aktuelle Aufstellung aller derzeitigen Aktivitäten im deutschsprachigen Raum finden Sie unter:

Bürger schaffen Wissen – Die Citizen-Science-Plattform

Österreich forscht – Die österreichische Citizen-Science-Plattform

Schweiz forscht – Die Citizen-Science-Plattform für die Schweiz



Citizen-Science-Projekte bei Helmholtz

Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl aktueller Citizen-Science-Projekte der Helmholtz-Gemeinschaft. Sie möchten weitere Projekte an dieser Stelle auflisten lassen? Schreiben Sie uns gerne.


TeQfor1 - Auswirkungen technischer Systeme auf die eigene Lebensqualität von Typ-1-Diabetiker

Das Projekt TeQfor1 eröffnet Bürgern mit Typ-1-Diabetes die Möglichkeit, in einer systematischen Evaluation zu untersuchen, inwieweit DIY-Closed-Loop-Systeme (APS) ihre eigene Lebensqualität tatsächlich beeinflussen und ob bzw. wie sich ihre Glukosewerte verändern. Solche Systeme würden für Menschen mit T1D eine große Erleichterung im Umgang mit ihrer Krankheit bedeuten. Aktuelle Versionen von APS sind allerdings noch weit davon entfernt, die Funktion der Bauchspeicheldrüse tatsächlich zu ersetzen. Darüber hinaus ist unklar, ob diese Systeme an den tatsächlichen Bedarfen der Personen mit T1D orientiert sind und werden bislang weitgehend ohne deren Einbindung entwickelt.

Zum Projekt TeQfor1


FLOW: Fließgewässer erforschen – gemeinsam Wissen schaffen

FLOW ist ein Projekt zum ökologischen Monitoring von kleinen Fließgewässern und Bächen, das im Frühjahr 2020 startet. Ziel des Monitorings ist es, gemeinsam mit interessierten Bürgern den ökologischen Zustand von Bächen zu erforschen und zu beurteilen.

Zum Projekt: FLOW


Einsatz von Drohnen als 3D Scanner

Drohnen werden als 3D-Scanner eingesetzt, um wertvolle, dreidimensionale geografische Informationen zu erzeugen, zum Beispiel ein Landschaftsrelief oder Bebauungshöhen. Citizen Scientists setzen ihre Drohnen ein, um vorprogrammierte Strecken abzufliegen und dabei Fotos zu machen.


PIA for all!

Ziel ist es, häufige Infektionskrankheiten zu erforschen. Citizen Scientists berichten beispielsweise per App, ob sie die Grippe erwischt hat oder Menschen in ihrem direkten Umfeld erkrankt sind und sie dagegen gesund geblieben sind.

Zum Projekt: PIA for all!


PlanktonID

Ein Großteil der Lebewesen im Ozean gehört zum Plankton, doch ist dessen Verbreitung und Zusammensetzung noch weitgehend unbekannt. Ordne Planktonbilder und forsche mit.

Das PlankonID Team setzt sich aus Wissenschaftlern des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, der Christian-Albrechts Universität Kiel und des Observatoire Océanologique de Villefranche sur Mer (Frankreich) zusammen. Sie erforschen biogeochemische Prozesse im Ozean und setzen dafür verschiedene Netze und Kameras von Forschungsschiffen aus ein, um vor allem das Phyto- und Zooplankton zu erforschen.

Zum Projekt: PlanktonID


Sample das Saarland

Bodenbakterien sind eine wichtige Quelle für Naturstoffe, die sich weiterentwickeln lassen zu neuartigen Medikamenten. Die Wissenschaftler am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland, kurz HIPS, möchten mehr herausfinden über die Bakterien, die das Saarland besiedeln und die – weitgehend unerforscht – wie ein "mikrobieller Schatz" im Boden auf ihre Entdeckung warten. Dafür ist es wichtig, eine möglichst große Zahl von Bodenproben aus dem ganzen Saarland zu analysieren. 

Zum Projekt: Sample das Saarland


FerryBox

Im FerryBox-Projekt werden weltweit Handelsschiffe wie Fähren oder Frachtschiffe mit automatisierten Ferrybox-Mess-Systemen ausgestattet. Als kostengünstige Forschungsplattformen erfassen sie kontinuierlich physikalische und biogeochemische Umweltbedingungen und die Wasserqualität in den Meeren.

Ferrybox

Zum Projekt: FerryBox


My Sky at Night

Wer wo und wann wie viele Sterne am Himmel gezählt hat, lässt sich auf der neuen Seite "My Sky at Night" nachschauen. Dort werden Messungen von überall auf der Welt auf einer Landkarte visualisiert und sind einzeln abrufbar. Mit Hilfe der Sternenzähler wollen die Wissenschaftler vom GFZ auch herausfinden, in welche Richtung sich die Lichtverschmutzung verändert - etwa durch den weltweiten Wechsel der Leuchtmittel in Straßenlaternen von Natriumdampflampen hin zu LEDs. Ohne Sternenzähler geht es übrigens nicht, weil Satelliten zum einen nur die nach oben gerichteten Lichtemissionen auffangen. Und zum anderen können aktuelle Satelliten nicht den Blauanteil im sichtbaren Lichtspektrum erfassen.

Zum Projekt: My Sky at Night


Verlust der Nacht App

Ziel des Projekts ist herauszufinden, wie sich die Himmelshelligkeit über die Jahre aufgrund von Lichtverschmutzung verändert. Eine App leitet zu bestimmten Sternen und fragt, ob man diese sehen kann. Die Helligkeit des am schwächsten noch sichtbaren Sterns gibt Aufschluss darüber, wie hell der Himmel ist.

Zum Projekt: Verlust der Nacht App


Technocitizenscience & Synergene

Welche Beteiligungsformate gibt es in den Technikwissenschaften? Im Projekt TechnoCitizenScience werden Potenziale und Herausforderungen von “CitizenBioScience – Biowissenschaft im Do-it-yourself-Modus” und Aktivitäten zur synthetischen Biologie mit der DIYBio-Bewegung in SYNENERGENE erforscht.

Zum Projekt: Technocitizenscience & Synergene


SMOVE – Science that makes me move

Wie sitzen Kinder in der Schule? Das ist ein wichtiges Thema der Gesundheitsforschung. Um zu erforschen, welche Faktoren dynamisches Sitzverhalten beeinflussen und fördern können, wird gemeinsam von Schüler*innen und Wissenschaftler*innen das Sitzverhalten über eine Woche erfasst und dokumentiert.

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Kontakt

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    • Christin Liedtke
    • Referentin Wissenschaftskommunikation / Veranstaltungen
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    • Dr. Uli Rockenbauch
    • Referent der Geschäftsführung
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