Citizen Science

Eigentlich ist es ein Kompliment an die Wissenschaft: Immer mehr Menschen wünschen sich, bei Forschungsprojekten stärker einbezogen zu werden, mehr mitreden und auch mitmachen zu können. Doch in der Vergangenheit taten sich viele Forscher schwer, wenn es darum ging, so genannten Laien einen Platz in der Wissenschaft einzuräumen. Citizen Science, zu Deutsch Bürgerwissenschaften, will das ändern. Wissenschaftler aller Fachrichtungen engagieren sich für diesen neuen Ansatz, der das Wissen, die Motivation und die Neugier ganz normaler Bürger für neuartige Forschungsprojekte mobilisieren will. Auch die Helmholtz-Gemeinschaft war Partner der Initiative BürGEr schaffen WISSen – Wissen schafft Bürger (GEWISS), die von 2014-2016 lief. GEWISS hat es geschafft, die Bürgerwissenschaften in Deutschland zu bündeln, Forscher und Bürger zu vernetzen, den Austausch zwischen den Projekten zu fördern und neue Aktivitäten auf den Weg zu  bringen. In den Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft laufen bereits unterschiedliche Citizen-Science-Projekte.Eine aktuelle Aufstellung aller derzeitigen Aktivitäten in Deutschland finden Sie unter:

Bürger schaffen Wissen – Die Citizen Science Plattform

Österreich forscht – Die österreichische Citizen Science Plattform

Schweiz forscht – Die Citizen Science Plattform für die Schweiz



Citizen-Science-Projekte bei Helmholtz

Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl aktueller Citizen-Science-Projekte der Helmholtz-Gemeinschaft. Sie möchten weitere Projekte an dieser Stelle auflisten lassen? Schreiben Sie uns gerne.


PlanktonID

Ein Großteil der Lebewesen im Ozean gehört zum Plankton, doch ist dessen Verbreitung und Zusammensetzung noch weitgehend unbekannt. Ordne Planktonbilder und forsche mit.

Das PlankonID Team setzt sich aus Wissenschaftlern des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, der Christian-Albrechts Universität Kiel und des Observatoire Océanologique de Villefranche sur Mer (Frankreich) zusammen. Sie erforschen biogeochemische Prozesse im Ozean und setzen dafür verschiedene Netze und Kameras von Forschungsschiffen aus ein, um vor allem das Phyto- und Zooplankton zu erforschen.

Zum Projekt: PlanktonID


Sample das Saarland

Bodenbakterien sind eine wichtige Quelle für Naturstoffe, die sich weiterentwickeln lassen zu neuartigen Medikamenten. Die Wissenschaftler am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland, kurz HIPS, möchten mehr herausfinden über die Bakterien, die das Saarland besiedeln und die – weitgehend unerforscht – wie ein "mikrobieller Schatz" im Boden auf ihre Entdeckung warten. Dafür ist es wichtig, eine möglichst große Zahl von Bodenproben aus dem ganzen Saarland zu analysieren. 

Zum Projekt: Sample das Saarland


Verlust der Nacht App

Ein tagheller Nachthimmel, künstlich angestrahlt durch unzählige Lichter. Was unschätzbare Vorteile bringt, hat auch eine Schattenseite: Die Lichtverschmutzung – verstanden als die Verschmutzung des natürlichen, nächtlichen Lichts verursacht durch künstliche Beleuchtung – nimmt zu. Die Auswirkungen auf Mensch und Natur durch künstliches Licht sind bisher weitestgehend unbekannt. In diesem Projekt sollen die Auswirkungen der Lichtverschmutzung erforscht werden - und zwar mit eurer Unterstützung. Die Smartphone-App dient dazu, weltweit die Helligkeit des Himmels zu beschreiben, den sogenannten Skyglow. Sie baut auf das Citizen Science Projekt „GLOBE at Night“ auf, in dem Menschen auf der ganzen Welt die Himmelshelligkeit bestimmen und als Kriterium dafür die Sichtbarkeit der Sterne heranziehen.

Zum Projekt: Verlust der Nacht


My Sky at Night

Wer wo und wann wie viele Sterne am Himmel gezählt hat, lässt sich auf der neuen Seite "My Sky at Night" nachschauen. Dort werden Messungen von überall auf der Welt auf einer Landkarte visualisiert und sind einzeln abrufbar. Mit Hilfe der Sternenzähler wollen die Wissenschaftler vom GFZ auch herausfinden, in welche Richtung sich die Lichtverschmutzung verändert - etwa durch den weltweiten Wechsel der Leuchtmittel in Straßenlaternen von Natriumdampflampen hin zu LEDs. Ohne Sternenzähler geht es übrigens nicht, weil Satelliten zum einen nur die nach oben gerichteten Lichtemissionen auffangen. Und zum anderen können aktuelle Satelliten nicht den Blauanteil im sichtbaren Lichtspektrum erfassen.

Zum Projekt: My Sky at Night


Finde den Wiesenknopf

Der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) ist ein Indikator für die biologische Vielfalt in seinen Lebensräumen. Viele Insekten nutzen ihn als Nektarquelle und für die Eiablage, und für zwei Schmetterlinge - den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) und den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) – ist er sogar die alleinige Raupennahrungspflanze. Das UFZ will Teilnehmer motivieren nach dem Großen Wiesenknopfes zu suchen und Daten zu Fundorten, zu blütenbesuchenden Insekten und zum Wiesen-Management über das Internet an das UFZ zu übermitteln. Die Daten werden wissenschaftlich ausgewertet - im Fokus steht dabei der Einfluss des Habitatmanagements auf die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge. Die Fundorte werden auf der Webseite dargestellt. In einer Fotogalerie werden die von den Teilnehmern eingesendeten Fotos präsentiert.

Zum Projekt: Finde den Wiesenknopf


Tagfalter Monitoring

Ziel ist es, mehr über die Situation der Tagfalter in Deutschland zu erfahren. Welche Arten werden seltener, welche breiten sich aus und welche Aussagen lassen diese Trends für die Biodiversität insgesamt zu? Durch die kontinuierliche Mitarbeit der vielen Freiwilligen entstehen Datensätze, mit denen die Situation zahlreicher Arten erstmals fundiert beurteilt werden kann und es ergeben sich neue Erkenntnisse über deren Biologie. Da Insektenpopulationen natürlicherweise starken jährlichen Schwankungen unterliegen, können statistisch abgesicherte Aussagen zur Bestandsentwicklung erst nach einer Reihe von Jahren getroffen werden. Entsprechende Langzeitstudien gibt es nur wenige, da sie anspruchsvoll in der Organisation und der Finanzierung sind. Die Einbindung vieler engagierter Laien macht den Erfolg des Tagfaltermonitorings Deutschland aus.  Die Daten werden am UFZ ausgewertet und die Jahresberichte als gedruckte Broschüren an alle Transektzähler verschickt.

Zum Projekt: Tagfaltermonitoring

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Kontakt

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    • Christin Liedtke
    • Referentin Wissenschaftskommunikation / Veranstaltungen
      Helmholtz-Gemeinschaft