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Offiziell eröffnet

Helmholtz-Institut für erneuerbare Energien

Enthüllung Institutsschild HI ERN( Foto: FAU/Georg Pöhlein). Das Institutsschild für das neue Helmholtz-Institut enthüllen (v.l.) Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Katja Hessel, Staatssekretärin aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Dr. Wolfgang Heubisch, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Inneren, Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der FAU, Prof. Dr. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich, Prof. Dr. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender Forschungszentrum Jülich und Thomas Frederking, Kaufmännischer Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Berlin.

„Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung sind wir einen weiteren wichtigen Schritt gegangen, um unsere Zusammenarbeit mit den Universitäten zu intensivieren“, sagte Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft auf der feierlichen Eröffnungsfeier des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien. Wir sprachen mit dem Präsidenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) über das neue Institut.

Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags waren die Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka, der Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Karl-Dieter Grüske, die bayerischen Minister Wolfgang Heubisch, Joachim Herrmann und Markus Söder sowie Staatssekretärin Katja Hessel anwesend.

Das Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien wird als dauerhafte Außenstelle des Forschungszentrums Jülich aufgebaut, mit Hauptsitz auf dem Südgelände der Universität Erlangen. Einen weiteren Standort wird es in Nürnberg geben. Die Kooperation der beteiligten Helmholtz-Zentren Berlin und Jülich mit der Universität umfasst neben den Forschungsprojekten gemeinsame Berufungen sowie den Austausch von Mitarbeitern und Studierenden. "In enger Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen-Nürnberg schaffen wir eine innovative Forschungseinrichtung, die auf dem gesellschaftlich bedeutenden Feld der erneuerbaren Energien, so hoffe ich, wegweisende Beiträge leisten wird", sagte Mlynek und dankte dem Bund und dem Freistaat Bayern für ihre Unterstützung.

Bereits im Juni hatte der Senat der Helmholtz-Gemeinschaft die Einrichtung des neuen Instituts beschlossen.

Interview mit Professor Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU):

Das Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen. Was bedeutet Ihnen die zukünftige Zusammenarbeit mit der Helmholtz-Gemeinschaft?

Das neue Helmholtz-Institut Erlangen Nürnberg für Erneuerbare Energien - kurz HI ERN - stärkt als außeruniversitäre Einrichtung das wissenschaftliche Umfeld der Universität und eröffnet unseren Forscherinnen und Forschern vielfältige Kooperationsmöglichkeiten. Ich bin davon überzeugt, dass das Institut nicht nur den Wissenschaftsstandort Erlangen-Nürnberg, sondern die ganze Region entscheidend auf dem Gebiet der Energieforschung bereichern wird. Dies ist auch der Grund dafür, warum wir die Gründung initiiert und über Jahre hinweg forciert haben, damit die helmholtzfreie Zone Nordbayern endlich der Vergangenheit angehört.

Worin sehen Sie die Stärken des neuen Instituts?

Das HI ERN vereinigt aufs Beste die Stärken seiner drei Partner im Bereich der erneuerbaren Energien: Die Helmholtz-Zentren Berlin und Jülich und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) führen ihre Kompetenzen auf den Gebieten der Materialforschung für solare Technologien sowie für die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbarer Energie zusammen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Systemtechnologien rund um das Thema Wasserstoff. Die FAU wird vor allem ihre international anerkannte Material- und Prozessforschung aus dem Exzellenzcluster für neue Materialien für die Erforschung und Entwicklung erneuerbarer Energiesysteme in das neue Institut einbringen.

Wie wird das Institut aufgestellt sein?

Rein organisatorisch wird das Institut als Außenstelle des Forschungszentrums Jülich betrieben und soll mittelfristig 40 bis 50 Mitarbeiter beschäftigen. Es wird zwei Standorte geben: auf dem Erlanger Südgelände der Universität sowie in Nürnberg auf dem ehemaligen AEG-Gelände. Der Freistaat Bayern beabsichtigt, einen Forschungsneubau auf etwa 2.500 Quadratmetern für das Institut zu finanzieren und in der Gründungsphase den laufenden Betrieb zusätzlich für fünf Jahre zu unterstützen. Die Helmholtz-Gemeinschaft wiederum fördert die Einrichtung mit jährlich 5,5 Millionen Euro für Personal, Betrieb und Investitionen (90% davon finanziert vom Bund, 10% von Bayern).

Das HI ERN soll die Energiewende unterstützen durch eine klimaneutrale und kostengünstige Bereitstellung erneuerbarer Energien. Woran werden Sie mit den Helmholtz-Zentren in Berlin und Jülich forschen?

Inhaltlich befasst sich das HI ERN zunächst mit zwei großen Schwerpunktthemen: der Erforschung druckbarer Photovoltaik und innovativen Methoden zur chemischen Energiespeicherung über Wasserstofftechnologien. Beides sind zentrale Fragestellungen, wenn es um die breite und kostengünstige Nutzbarmachung von erneuerbaren Energien und den Erfolg der Energiewende in Deutschland geht. Nach der erfolgreichen Gründung müssen wir jetzt alles Notwendige vorbereiten, damit die Arbeit möglichst bald starten kann: Die Stellen müssen besetzt, Forschungsprojekte konkretisiert werden, um dann in die erforderliche Technik investieren zu können.

Wie wird die Zusammenarbeit konkret aussehen?

Die Zusammenarbeit zwischen Jülich, Berlin und der Universität wird unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte und Berufungen sowie den Austausch von Mitarbeitern und Studierenden umfassen. Neben vier Professuren sollen zwei Nachwuchsgruppen finanziert werden. Damit betreiben wir nicht nur Forschungs- und Nachwuchsförderung, sondern auch die Lehre profitiert davon: Die Studierenden haben an den exzellenten Forschungsergebnissen Anteil - entweder in Lehrveranstaltungen oder durch ihre eigenen Forschungstätigkeit.

Wann rechnen Sie mit ersten Erfolgen?

Ein konkretes Datum kann ich leider nicht nennen. Denn am HI ERN wird sich ein großer Teil der Arbeit um die Grundlagen für die Energie der Zukunft drehen. Die Forscher werden aber auch anwendungsbezogen arbeiten: Nur wenn die Frage nach effizienten, kostengünstigen und praktikablen Lösungen für regenerative Energien beantwortet wird, kann die Energiewende in Deutschland erfolgreich sein.

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