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Drei Fragen an die Maschinenbauingenieurin Ramla Najjar

Bild: Helmholtz-Zentrum Hereon/Jewgeni Roppel

Ramla Najjar ist Maschinenbauingenieurin und Doktorandin am Institut für Material- und Prozessdesign des Helmholtz-Zentrums Hereon und eine:r der derzeitigen Doktorandenvertreter:innen des Zentrums.

Ich denke, das Spannendste an meiner Arbeit ist es, physikalische Phänomene in etwas Berechenbares umzuwandeln und dann anhand dieser Berechnungen Verhaltensweisen aufzudecken, die man direkt nicht beobachten könnte. Als Doktorandin im Bereich Maschinenbau, die mit numerischen Simulationen und maschinellem Lernen arbeitet, bewege ich mich an der Schnittstelle zwischen Physik, Mathematik und Datenwissenschaft. Ob ich nun Experimente durchführe, hochpräzise Finite-Elemente-Simulationen durchführe oder Surrogatmodelle mit neuronalen Netzen entwickle – das Spannende daran ist, zu sehen, wie sich Theorie in beschreibende und vorhersagende Kraft verwandelt.

Wenn die Ressourcen unbegrenzt wären, würde ich eine vollständig integrierte Echtzeit-Optimierungsplattform für Industrieanlagen entwickeln, im Wesentlichen einen digitalen Zwilling der nächsten Generation, der den Betrieb kontinuierlich anpasst, um maximale Effizienz und minimale Umweltbelastung zu erreichen. Das Ziel wäre es, selbstoptimierende Industriesysteme zu schaffen, die die Betriebsparameter dynamisch an den Bedarf, die Variabilität der Zufuhr und den Zustand der Anlagen anpassen. Dies könnte den Energieverbrauch in Schwerindustrien wie der Chemie-, Öl- und Gasindustrie erheblich senken. Diese Systeme intelligenter und anpassungsfähiger zu machen, könnte einen transformativen Einfluss auf die Nachhaltigkeit haben.

Ich würde Marie Curie wählen. Als Doktorandin im Bereich Ingenieurwesen finde ich ihren Werdegang zutiefst inspirierend, nicht nur wegen ihrer wissenschaftlichen Brillanz, sondern auch, weil sie bahnbrechende Forschung in einer Welt betrieben hat, die Frauen in der Wissenschaft nicht unterstützt hat. Über technische Diskussionen hinaus würde ich sie fragen wollen, wie sie trotz enormer persönlicher und beruflicher Herausforderungen ihre Widerstandsfähigkeit und intellektuelle Konzentration bewahrt hat. Diese Art von Ausdauer ist etwas, das alle Ingenieur:innen und Forschenden zu entwickeln versuchen.

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