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Drei Fragen an die Biologin Magali Toussaint

Bild: HZDR

Magali Toussaint ist Biologin und Spezialistin für präklinische Hirntumor-Bildgebung am Leipziger Standort des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf.

Das Spannendste an meiner Arbeit ist die Vielfalt der Aufgaben. Meine Arbeit umfasst alles von der Entwicklung neuer In-vitro-Modelle bis hin zur In-vivo-Bildgebung und der Prüfung potenzieller Behandlungsansätze. Besonders schätze ich die enge Zusammenarbeit mit Kliniker:innen, Chemiker:innen und Physiker:innen. Die größte Herausforderung besteht darin, Lösungen zu entwickeln, die die Lebensqualität von Patient:innen verbessern und dabei die spezifischen Anforderungen der einzelnen Disziplinen so integrieren, dass sie dieses Ziel stärken statt ihm entgegenzuwirken.

Wenn Zeit und Finanzierung keine Rolle spielten, würde ich gerne eine kollaborative Plattform schaffen, um die Lücke zwischen In-vitro- und In-vivo-Gliom-Modellen zu schließen. Die Idee wäre, gut charakterisierte PDX-Modelle (Patient-Derived Xenograft) für verschiedene Gliom-Subtypen sowie passende Organoide zu entwickeln. Für jedes Modell würden wir systematisch MRT-, PET- und histologische Daten erfassen und der Forschungsgemeinschaft frei zugänglich machen. Aufbauend auf erfolgreichen Initiativen wie dem EuroPDX-Konsortium und NIH-Programmen könnte diese Plattform standardisierte, qualitativ hochwertige Daten liefern, um die Gliomforschung und die Entwicklung besserer Therapien zu beschleunigen.

Wenn ich noch einmal studieren könnte, würde ich gerne Soziologie wählen. Ich würde gerne mit Persönlichkeiten wie Ghada Hatem-Gantzer zu Abend essen, die mit ihrem Engagement und ihrer Initiative das Leben der Menschen direkt und nachhaltig beeinflussen. Sie gründete das Frauenhaus in Saint-Denis. Ich bewundere ihre Hartnäckigkeit und würde gerne erfahren, wie ihre Initiative entstanden ist und welchen Herausforderungen sie sich stellen musste. Besonders interessiert mich, wie Medizin und Sozialwissenschaft gemeinsam dazu beitragen können, echte gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken.

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