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Helmholtz Extrem

Der größte Organismus

Pilze bilden unterirdisch ein Netzwerk und leben in Symbiose mit ihrer Umgebung wie hier mit einer Eichenwurzel (braun). Bild: UFZ/Sylvie Herrmann

Die Vielfalt von Pilzen ist erstaunlich: Sie landen als Trüffel auf unserem Teller, sorgen in Form winziger Hefezellen dafür, dass der Teig aufgeht, oder können bei giftigen Vertretern auch schnell die letzte Mahlzeit gewesen sein. Unterhalb der Erdoberfläche bilden manche Pilzsorten ein Netzwerk ungeahnten Ausmaßes.

Ein Hallimasch in Oregon gilt sogar als der größte Organismus der Welt: Das Netzwerk dieses Pilzes erstreckt sich über eine Fläche von neun Quadratkilometern – das sind rund 1.200 Fußballfelder. Forscher schätzen, dass der Riesenpilz bis zu 8.500 Jahre alt und 400.000 Kilogramm schwer sein könnte. Das Netzwerk solcher Pilze besteht aus dünnen Pilzfäden, dem sogenannten Myzel. Es verbindet die Pilze mit anderen Lebewesen und Bodenbereichen und ermöglicht es ihnen, lebensnotwendige Stoffe auszutauschen. Pilze sind sesshaft und betreiben keine Photosynthese. Deshalb sind sie selbst nicht in der Lage, Energie zu produzieren, sondern holen sich diese, indem sie Streu und Totholz abbauen oder auf Pflanzen, Tieren oder sogar anderen Pilzen als Parasit leben. Auch gehen viele von ihnen Symbiosen mit Pflanzenwurzeln ein. Das Myzel liefert dabei Stickstoff und Phosphor für das Pflanzenwachstum, im Gegenzug bekommen Pilze Zucker aus der Photosynthese. 

Pilzforscher wie der Bodenökologe François Buscot vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ ergründen die Vielfalt und Funktionen der Myzelien. Sie sind sich sicher: Die Waldbewohner tauschen nicht nur Nährstoffe, sondern auch Botschaften aus und betreiben so eine Art der Kommunikation. Über bestimmte Stoffe senden und empfangen sie Informationen über dieses Netzwerk – beispielsweise über die Bodenbeschaffenheit, die Wasserversorgung oder gar darüber, ob Schädlinge oder Fressfeinde in der Nähe sind. So ist das gesponnene Netzwerk nicht nur für die Pilze, sondern auch für den Wald und dessen Bewohner überlebenswichtig. 

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