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HELMHOLTZ Extrem

Das genauste Küstenbeobachtungssystem

<b>Schwimmen und messen</b> Diese Nordsee-Boje gehört zum Projekt COSYNA; sie ist Teil eines weltweit einzigartigen Datennetzes. Bild: Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Was haben eine Heringsmöwe, ein Satellit und eine Boje gemeinsam? Alle, lautet die Antwort, können bei der Küstenforschung helfen.

Die mit einem GPS-Sender gerüstete Möwe führt zu den Hotspots ihrer Nahrungssuche. Der Satellit erfasst die Farbe des Ozeans, eines wichtigen Indikators etwa für Algenvorkommen. Und die auf den Wellen schaukelnde Messboje funkt Neues vom Seegang.

Derlei Informationen zu beschaffen und zu hochgenauen Beschreibungen zu verdichten, ist die Grundidee von COSYNA. Das Langzeitbeobachtungs- und Analysesystem wird seit 2009 federführend vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) gemeinsam mit wissenschaftlichen und behördlichen Partnern betrieben. Im Fokus steht die Deutsche Bucht mit ihren Schifffahrtsstraßen und Wasserwirtschaftszonen, Naturreservaten und Ferieninseln; ferner die arktische See um Spitzbergen. Von Borkum bis Sylt überzieht COSYNA die Nordsee mit einem weltweit einzigartigen wissenschaftlichen Schleppnetz. In den Maschen fangen sich Meeresdaten von Forschungsschiffen, Radarstationen und Umweltsatelliten, von Sensorboxen, die auf Fähren, Frachtern und Messplattformen installiert sind, von Unterwasserfahrzeugen (sogenannten Glidern) und Meeresboden-Observatorien (sogenannten Landern). Auch Möwen und Bojen sind mit Messmissionen betraut. Am HZG fließen die Datenströme zusammen und verfeinern bestehende Simulationsmodelle in Echtzeit. Dieser Ansatz eröffnet neue Möglichkeiten im marinen Monitoring, beispielsweise für Analysen zur Umweltverträglichkeit von Offshore-Windparks oder für Prognosen über die Auswirkungen des Klimawandels in der Region. An COSYNAs Aktivitäten und Ergebnissen kann übrigens jeder teilhaben – neuerdings auch per interaktiver App.

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