Joachim L. Schultze

Joachim L. Schultze erforscht Krankheitsursachen auf Zell- und Genebene. Dafür entwickelt er KI-Anwendungen, die umfangreiche Datensätze besonders schnell bearbeiten und sie zugleich schützen. Er hat dafür das Prinzip des Swarm Learning innoviert.

Joachim L. Schultze ist Mediziner und wissenschaftlicher Vorstand (interim) am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Als Direktor für Systemmedizin forscht er mit seinem Team er an der Schnittstelle von Immunologie, Genomik und den Datenwissenschaften.

Um die Diagnose und die Therapie von Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson zu verbessern, analysiert Schultze mithilfe von KI die dafür verantwortlichen Vorgänge in einzelnen Zellen und auf molekularer Ebene, indem er bestimmte Genaktivitäten beobachtet. Dies wird in Zukunft vollkommen neuartige, individuell angepasste Behandlungsmethoden ermöglichen (personalisierte Medizin).

Um solche individuellen Analysen zu ermöglichen, muss die KI mit gewaltigen Datenmengen arbeiten. Dafür entwickelt Schultze innovative Methoden: Beim Swarm Learning trainieren verschiedene medizinische Institutionen weltweit gemeinsam die Algorithmen auf verteilten dezentralen Daten. Im Sinne des Datenschutzes werden dabei die individuellen Patientendaten stets geschützt. 

Schultze wurde bereits mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet und zählt zu den meistzitierten Forscher:innen der Welt. Neben seiner Tätigkeit am DZNE ist er auch Professor für Genomik und Immunoregulation an der Uni Bonn. Er studierte Medizin in Tübingen und verbrachte zehn Jahre an der Harvard Medical School in Boston. Mit dem Sofia Kovalevskaja-Preis der Humboldt-Stiftung kam er 2002 nach Deutschland zurück, seit 2015 forscht er am DZNE. Er koordiniert und leitet mehrere nationale wie auch internationale Programme zur Anwendung von Einzelzelltechnologien und kooperiert vielfach mit der Wirtschaft.

Prof. Dr. Joachim L. Schultze

Wissenschaftlicher Vorstand (interim), Direktor für Systemmedizin
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen

Expert:innen für KI-Forschung