Bild: ESA / NASA

Solarer Ausbruch

Sonnensturm erreicht die Erde

Während ein schwerer Sonnensturm auf die Erde zurast, befinden sich Wissenschaftler weltweit in gespannter Erwartung. Der private Raketenbetreiber Orbital Sciences verschob den für Mittwoch geplanten Start eines unbemannten Versorgungsfrachters für die internationale Raumstation ISS. Größere Auswirkungen fürchten die Forscher allerdings eher nicht

Sonnenstürme sind lokale Eruptionen der Sonne. Die Folge ist eine Verstärkung des ohnehin ständig von der Sonne ausgehenden Stroms an geladenen Teilchen. Ein starker Sonnenstrom kann das Erdmagnetfeld und unter Umständen auch die Elektronik von technischen Geräten beeinflussen.

Bislang seien im globalen Netzwerk der magnetischen Stationen auf der Erde noch keine Auswirkungen auf das Erdmagnetfeld beobachtet worden, teilte das Helmholtz-Zentrum Potsdam (GFZ) mit. Die Schwankungen der polaren Magnetfeldvariation bewegten sich im gemäßigten Bereich, die Abweichungen betrügen etwa 200 Nanotesla. "Bei starken magnetischen Stürmen werden Abweichungen mit 10facher Stärke der aktuellen Fluktuation beobachtet", sagt Professorin Claudia Stolle, Leiterin der Sektion "Erdmagnetfeld" am GFZ, "auch die aktuell gemessene Geschwindigkeit des Sonnenwindes beträgt etwa 400 km/s, was ein eher normaler Wert ist."

Nach Berechnungen des Instituts für Astrophysik an der Universität Göttingen bewegt sich ein Teil der Plasmawolke mit einer Geschwindigkeit von 1500 Kilometern pro Sekunde. Er sei gegen fünf Uhr am Donnerstagmorgen auf der Erde ankommen. Gegen 17 Uhr werde der geomagnetische Sturm seinen Höhepunkt erreichen.

Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau sprach von einem "heftigeren Ereignis, das sich dadurch hervortut, dass es sehr energiereiche Protonen ausgesandt hat." Diese positiv geladenen Teilchen könnten bis zur Erdoberfläche durchdringen - gefährlich seien sie aber nicht.

Auch das Helmholtz-Zentrum Potsdam befürchtet keine größeren Auswirkungen des Sonnensturms: Eine Beobachtung des weiteren Verlaufs der Erdmagnetfeldschwankungen sei zwar angezeigt. Es sei allerdings eher unwahrscheinlich, dass es zu besonderen Zwischenfällen kommen werde.

Sonnenstürme haben einen schönen Nebeneffekt: Im Norden Europas könnten bei klarem Wetter zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen Nordlichter zu sehen sein, vermuten die Göttinger Uni-Forscher.

09.01.2014 , Jan-Martin Wiarda mit dpa / GFZ

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