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Helmholtz Perspektiven 021_4

Helmholtz Perspektiven März – April 2014 27FORSCHUNG Das Phänomen lässt sich immer beobachten, wenn gerade ein Regenguss niedergeht: Passanten, die keinen Schirm dabei haben, fangen auf einmal an zu rennen. Aber werden sie dadurch wirklich weniger nass? Schließlich trifft sie der Regen nicht mehr nur von oben, sondern auch immer mehr von vorne, je schneller sie rennen. Die Fragestellung ist uralt – aber zufriedenstellende Antworten hat die Wissenschaft trotzdem noch nicht gefunden. Dass auch nach vielen Jahrzehnten der For- schung noch neue Erkenntnisse möglich sind, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2012. Erst in ihr wurde mathematisch bewiesen, dass die Antwort von der Form des Körpers abhängig ist – also davon, ob ein Basketballspieler oder ein Sumoringer durch den Regen läuft. Die Wissenschaftler haben dazu Methoden verwendet, die ursprünglich in der Elek- trodynamik entwickelt wurden. Und wie schnell sollte man also laufen? Die – wenig überraschende – Antwort: Es kommt ganz darauf an. Die optimale Geschwindigkeit hängt nicht nur von der Form des Körpers ab, sondern auch von der Richtung der fallenden Regentropfen. In man- chen Fällen ist es am besten, einfach so schnell wie möglich zu laufen. Wenn aber der Regen zum Beispiel stark in Laufrichtung fällt, gibt es tatsäch- lich eine ideale Geschwindigkeit, nicht zu schnell und nicht zu langsam – wie schnell genau, hängt aber wiederum von der Windstärke und damit dem Tempo der Regentropfen ab. Ob es einfache Regeln gibt, mit denen sich ohne lange Berechnungen die ideale Laufgeschwindigkeit bei Regen vorhersagen lässt, ist aber auch heute noch eine „unsolved question“.  Stephan Köhler Sich regen bringt Segen – oder? Die moderne Wissenschaft kann sich nun wirklich nicht über einen Mangel an Problemstellungen beschweren. Bei manchen Fragen kann es passieren, dass sie einfach deshalb nicht erforscht werden, weil kaum jemand weiß, dass sie noch unbeantwortet sind. Um das zu ändern, veröffentlicht das Journal of Unsolved Questions (JUnQ) nicht nur Artikel zu gescheiterten Forschungsvorhaben, sondern auch zu offenen Fragen und den bisherigen Lösungsansätzen. Ein Beispiel

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