Veranstaltung

Eine Woche Wissenschaft für Forscher und Laien

Die erste Berlin Science Week bringt hochkarätige Forscher aus aller Welt in Berlin zusammen und schafft eine neue Bühne für den internationalen Austausch von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Über 30 Veranstaltungen stehen im Programm.

Herr Prof. Elsässer, die erste Erkenntnis hat mir die „Berlin Science Week“ schon jetzt vermittelt: Eine Woche kann durchaus zehn Tage haben …

Sie meinen, weil sie vom 1. bis zum 10. November dauert? Eine griffige Bezeichnung für einen Zeitraum von zehn Tagen gibt es leider nicht – aber vielleicht finden Sie ja eine?

Kaum. Wie ist die „Berlin Science Week“ entstanden? Und warum findet sie gerade in diesem Zeitraum statt?

Weil da schon in der Vergangenheit eine Reihe wissenschaftsbezogener Veranstaltungen stattgefunden haben. Etwa die „Falling Walls“-Konferenz und wissenschaftliche Preisverleihungen. So entstand die Idee, diese zu bündeln und in der Öffentlichkeit stärker sichtbar zu machen. Dieses Konzept fand bei weiteren wissenschaftlichen Institutionen Anklang, die sich wiederum mit eigenen Beiträgen einbringen.

Die Grundidee ist eine Mischung aus fachlichen Veranstaltungen und solchen, die für jedermann offen sind?

Richtig, etwas mehr als die Hälfte ist öffentlich. Dort geht es primär darum, über Themen zu informieren, die derzeit aus wissenschaftlicher Sicht interessant sind. Das Spektrum umfasst grundsätzlich alle Fachgebiete. Wir wollen gezielt auf Entwicklungen hinweisen, die an der Schnittstelle zur Umsetzung in neue Technologien stehen. Daneben sind kleinere Veranstaltungen für Fachpublikum spezielleren Themen gewidmet.

Soll die „Science Week“ Werbung für den Wissenschaftsstandort Berlin machen?

Das ist ein durchaus erwünschter Nebeneffekt, auch international. In Deutschland ist Berlin der größte Wissenschaftsstandort. Aber wenn man sich die Berlin-Berichterstattung anschaut, stehen meist ganz andere Themen im Vordergrund. Das ist schade, andere Standorte auf diesem Globus machen sehr viel geschickter Werbung mit ihrem wissenschaftlichen Potenzial. Da kann man in Berlin sicherlich noch besser werden und Events wie die „Science Week“ können dazu natürlich beitragen: Jeder Gast ist auch ein Multiplikator.

War es denn einfach, die verschiedenen Institutionen unter einen Hut zu bekommen?

Unter Berlins Wissenschaftlern herrscht große Einigkeit darüber, dass wir uns gemeinsam nach außen darstellen müssen. Was Berlin auszeichnet – auch im Vergleich zu anderen deutschen Standorten – ist die gute Kommunikation zwischen den Wissenschaftseinrichtungen über organisatorische Grenzen hinweg. Die Szene ist gut vernetzt, man weiß, was die anderen machen und man kann dadurch auch schnell reagieren. Die „Science Week“ stieß darum sofort auf eine hohe Akzeptanz.

Wie sind Sie persönlich involviert?

Ich bin an der Veranstaltung der Humboldt Universität am 10. November um 18 Uhr beteiligt, einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Stand der Quantenforschung.

Haben Sie ein persönliches Highlight, eine Veranstaltung, die Sie auf keinen Fall verpassen wollen?

Ja, das „State Festival“ für Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft will ich mir unbedingt anschauen, dort geht es in diesem Jahr um Emotionsforschung und künstliche Intelligenz. Das ist ein spannendes und zukunftsträchtiges Thema.

31.10.2016, Interview: Thomas Röbke
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