Neues Design

„Das Ergebnis bringt Helmholtz auf den Punkt“

Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Professor Otmar D. Wiestler und Artdirektorin Stephanie Lochmüller (Bild. Dagmar Jarek)

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat ab sofort ein neues Corporate Design. Warum und wie es zustande kam, erklären Otmar D. Wiestler, der Präsident, und Stephanie Lochmüller, die Art-Direktorin.

Herr Wiestler, was hat Sie dazu bewogen, das Corporate Design der Helmholtz-Gemeinschaft zu überarbeiten?

Wiestler: In den vergangenen Jahren hat sich Helmholtz enorm weiterentwickelt. Wir haben in der Forschung und in unserer strategischen Aufstellung vieles auf den Prüfstand gestellt, auch neue Handlungsfelder definiert. Dabei hat sich Helmholtz national und international zu einer noch präsenteren Marke entwickelt. Dies möchten wir im künftigen Design zeigen. Wir haben uns bewusst für ein modernes, dynamisches und selbstbewusstes Erscheinungsbild entschieden, das unserem Selbstverständnis entspricht. Es zeigt, dass wir heute eine starke Gemeinschaft aus 18 Zentren sind, deren Forschung in sechs Bereichen weltweit auf Spitzenniveau stattfindet.

Was sofort ins Auge fällt, ist die Reduktion des Logos auf eine reine Wortmarke. Die drei Bögen sind weggefallen. Warum dieser Schritt?

Wiestler: Eine Ausgangsfrage war, ob unser Logo noch zeitgemäß ist. Die Bedeutung der Bögen stammt aus einer anderen Zeit und ist heute auch den Wenigsten bekannt. Zu den drei ursprünglichen Kernaussagen unserer Mission sind weitere hinzugekommen. Daher war es an der Zeit für etwas Neues.

Frau Lochmüller, die neue Wortmarke erscheint auch in einer anderen Schrift. Was hat es damit auf sich?

Lochmüller: Für die reduzierte Wortmarke wurde für uns eine eigene Schrift entwickelt, die wir „Hermann“ getauft haben. Sie ist unverwechselbar und betont durch ihre Abrundungen im 45-Grad-Winkel das Technologische und Innovative an der Helmholtz-Gemeinschaft. Dieser Stil spiegelt sich auch in weiteren Gestaltungselementen wider und verleiht dem Gesamterscheinungsbild eine dynamische Wirkung.

Wiestler: Die digitale Anmutung der Hermann-Schrift deutet zudem ein Thema an, das uns jetzt schon sehr stark beschäftigt und die Helmholtz-Gemeinschaft in den kommenden Jahren noch stärker prägen wird: Information & Data Science. In allen unseren Forschungsbereichen werden enorme Datenmengen generiert, die intelligent verarbeitet und analysiert werden müssen, um daraus Wissen entstehen zu lassen. Dieser Herausforderung stellen wir uns als Gemeinschaft.

Der Claim „Spitzenforschung für große Herausforderungen“ ist ebenfalls neu. Wie kam es dazu?

Wiestler: Uns war es wichtig, einen Claim zu haben, mit dem wir uns identifizieren und der prägnant zum Ausdruck bringt, wofür Helmholtz steht. Genau das tut dieser Claim mit wenigen klaren Worten. Es war nicht leicht, ihn zu entwickeln. Aber das Ergebnis bringt Helmholtz auf den Punkt: Erstens geht es bei Helmholtz um international anerkannte Spitzenforschung. Das heißt, bei uns sind die besten Köpfe aus aller Welt am optimalen Platz. Zweitens geht es darum, die großen gesellschaftlichen Fragen zu adressieren. Insofern entspricht der Claim unserem wissenschaftlichen Anspruch. Zudem war es uns wichtig, dass er auch im internationalen Wissenschaftskontext gut funktioniert.

Neu ist das Grün, das das bekannte Helmholtz-Blau als Akzentfarbe ergänzt. Was ist der Hintergrund dazu?

Lochmüller: Die Welt der Gestaltung und das, was Menschen als modern und schön empfinden, verändert sich kontinuierlich. Das etablierte Helmholtz-Blau haben wir aber nicht in Frage gestellt. Schaut man sich national und international um, wird deutlich, dass Blau die dominierende Farbe in der Wissenschaftslandschaft ist. Die neue, frische Akzentfarbe Grün schafft hier ein markantes neues Element und etwas Unverwechselbares. Die weiteren Farben der Forschungsbereiche wurden harmonisch daran angepasst.

Ein neues Erscheinungsbild für eine so große Forschungsgemeinschaft zu schaffen, ist sicherlich eine enorme Herausforderung. Wie lief denn dieser komplexe Entwicklungsprozess ab?

Lochmüller: Die Initiative ging von unserem Präsidenten aus. Mit der Umsetzung haben wir dann die Agentur „yellow too“ aus Berlin beauftragt, die uns von der strategischen Planung über die Gestaltung bis zur konkreten Realisierung kompetent unterstützt und begleitet hat. Im Laufe des Prozesses haben wir die Entwürfe immer wieder mit Herrn Wiestler, unserer Geschäftsführerin Frau Broer sowie mit unseren Mitgliedern, also den Vorständen der Zentren, diskutiert. So nahmen alle wichtigen Entscheidungsträger am Prozess teil und ihr Feedback wurde berücksichtigt.  

Wiestler: Die drei Helmholtz-Zentren, deren Markenauftritt sich essentiell am Helmholtz-Corporate Design orientiert, haben wir frühzeitig eingebunden. Frau Lochmüller hat dieses Projekt von der Geschäftsstelle aus koordiniert und vorangebracht. So konnten wir diesen überaus komplexen Prozess in einem vertretbaren und praktikablen Umfang umsetzen, der unsere Zentren auch nicht zu sehr strapaziert hat. Gemeinsam ist es uns gelungen, der Marke „Helmholtz“ nun ein modernes, dynamisches Design zu verleihen.

Das Wort „Gemeinschaft“ taucht darin allerdings nicht mehr auf. Wie ist das zu verstehen?

Wiestler: Wenn man ein Logo weiterentwickelt, ist eine der ersten Fragen, ob man das evolutionär oder mutiger gestalten möchte. Wir haben uns für die mutige Variante entschieden, mit der wir aus unserer Sicht die Außenwahrnehmung unserer Forschungsgemeinschaft optimal stärken. Ein Markenauftritt, der aus zwei Wörtern besteht, ist aus unserer Sicht einfach nicht prägnant genug. Ein einzelnes Wort hat einen viel stärkeren Wiedererkennungswert – und das ändert überhaupt nichts daran, dass wir eine starke Gemeinschaft sind und bleiben.

Das neue Corporate Design der Helmholtz-Gemeinschaft

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat seit 2017 ein neues Logo

12.09.2017, Interview: Martin Trinkaus
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