Natural Disasters and Warning Systems (NDWS)

Herausforderungen und Ziele

Der Umgang mit den natürlich verursachten Veränderungsprozessen auf der Erde stellt eine ständige Herausforderung für die Menschheit dar. Die zusätzlichen mit der Industrialisierung und wachsendem Bevölkerungsdruck einhergehenden anthropoge­nen Einflüsse haben haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verstärkt. So unterliegen Naturrisiken weltweit einem dramatischen Wandel mit gefährlich zunehmender Vulnerabilität, unter anderem durch das urbane Wachstum und die wachsende Verflechtung von Wirtschafts- und Verkehrssystemen. Neben „plötzlichen“ Ex­tremereignissen wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Tsunami, Sonneneruptionen, Hochwasser, Stürmen oder Sturmfluten bedrohen zunehmend schleichende Risiken die Lebensgrundlagen. Ge­rade bei langsamen Veränderungen wie Niederschlagsregimes, Desertifikation, Luft- und Wasserverschmutzung, Meeres­spiegelerhöhung oder Abschwächung oder gar Umkehrung des Erdmagnetfeldes werden die Dramatik der Veränderung und die Notwendigkeit von Anpassung häufig nicht erkannt. Aufgrund der Dyna­mik des Systems Erde auf unterschiedlichsten Zeitskalen und aufgrund seiner Wechselwirkung mit gesellschaftlichen Prozessen sind Risiken zu erwarten, die die Menschheit vor völlig neue He­rausforderungen stellen. Zugleich ergeben sich durch die grundlegenden Veränderungen im Erd­system auch Chancen, die eingehender Aufmerksamkeit bedürfen.

Die Identifizierung, Quantifizierung und Prognose von Risiken und Veränderungen sowie Vorsorge und Anpassung gehören zu den großen Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Beantwortung erfordert die Verbindung von Forschung und Technologieentwicklung mit innovati­ven Vorsorgeperspektiven, und vor allem eine Integration von Forschungsaktivitäten, die systema­tisch die Funktionalität komplexer Erdsysteme und der von ihnen ausgehenden Risiken analysie­ren. Es sind neue quantitative Verfahren nötig, die auf präzisen Prozessmodellen in Kombination mit umfassenden Beobachtungsinfrastrukturen beruhen. Darüber hinaus ist ein intensiver Dialog zwischen der Wissenschaft und einer Vielzahl gesell­schaftlicher und wirtschaftlicher Interessensgruppen gefordert.

Die wesentlichen Ziele des Querschnittsthemas sind:

  • Das Monitoring und die Quantifizierung von Risiken, die sich im System Erde und seinen Änderungen ergeben.
  • Die Entwicklung von Prozessmodellen der Naturereignisse als Grundlage für Gefährdungsabschätzungen und ihre Vorhersage.
  • Die Bereitstellung von Wissen und Systemlösungen für die Prävention, die Frühwarnung und die Anpassung an Risiken im Wandel.
  • Die Erhaltung und Weiterentwicklung von Systemwissen und Kompetenzen, um mit zukünftigen Risiken im gesellschaftlichen Wandel umgehen zu können.

Beteiligte Zentren:

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)
Prof. Dr. Philipp Fischer, Tel.: 04725 / 819-3344, E-Mail: Philipp.Fischer(at)awi.de
Contact: Dr. Cornelia Roder, E-Mail: cornelia.roder(at)awi.de

Deutsches GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), Coord. Center 1
Prof. Dr. B. Merz, Tel.: 0331 / 288-1500, E-Mail: bmerz(at)gfz-potsdam.de
Contact: Prof. Dr. Heidi Kreibich Tel.: 0331 288-1550, E-Mail: heidi.kreibich(at)gfz-potsdam.de

Forschungszentrum Jülich (FZJ)
Prof. Dr. Harry Vereecken, Tel.: 02461 61-4570, E-Mail: h.vereecken(at)fz-juelich.de
Contact: Prof. Dr. Harrie-Jan Hendricks-Franssen, E-Mail: h.hendricks-franssen(at)fz-juelich.de           

Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR)
Prof. Dr. Martin Visbeck, Tel.: 0431 / 600-4100, E-Mail: mvisbeck(at)geomar.de

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Prof. Dr. Reimund Schwarze, Tel.: 0341 / 235-1607, E-Mail: reimund.schwarze(at)ufz.de

Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG)
Prof. Dr. Corinna Schrum, Tel.: 04152 / 87-1833, E-Mail: corinna.schrum(at)hzg.de
Contact: Insa Meinke (Insa.Meinke(at)hzg.de) und Emil Stanev (Emil.Stanev(at)hzg.de)

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Prof. Dr. Christoph Kottmeier, Tel.: 0721 / 608-46370, E-Mail: christoph.kottmeier(at)kit.edu
Dr. Tina Kunz-Plapp, email: tina.kunz-plapp(at)kit.edu

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Kontakt

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    • Dr. Sören Wiesenfeldt
    • Leiter Bereich Forschung
      Helmholtz-Gemeinschaft