Querschnittsthema Mineralische Ressourcen

Kurzbeschreibung

Mineralische Rohstoffe und insbesondere Metalle sind eine unverzichtbare Basis für die technologische und industrielle Entwicklung. Angesichts des globalen Bevölkerungswachstums, eines in vielen Ländern steigenden Lebensstandards und des stetigen technologischen Fortschritts, insbesondere bei „grünen Technologien“, ist eine zunehmende Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen absehbar. Die Verfügbarkeit nachhaltig gewonnener mineralischer Rohstoffe ist auch eine Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende: Mineralische und insbesondere metallische Rohstoffe sind insbesondere auch für die Herstellung von Technologien zur Erzeugung von erneuerbaren Energien, für die Herstellung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen sowie für moderne Informations- und Kommunikationstechnologien erforderlich. So werden zum Beispiel für die Herstellung von Hochleistungsmagneten für Windkraftanlagen größere Mengen Neodym benötigt und in Hybridfahrzeugen bis zu 20 kg sogenannte Seltene-Erden-Elemente verbaut.

Die Erstellung neuer Energietechnologien bedarf gegenüber konventionellen Kraftwerken, bezogen auf die damit jeweils erzeugte Energieeinheit, eine zunehmende Menge an Rohstoffen. In einem Hybridfahrzeug ist beispielsweise etwa doppelt so viel Kupfer verbaut wie in einem herkömmlichen PKW. Die Energiewende führt also zunächst zu einem Mehrverbrauch an Rohstoffen, während schließlich durch die alternative Energieerzeugung fossile Energierohstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas eingespart werden können. Dies führt schließlich auch zu einer Reduzierung der Klimabelastungen, vor allem dann, wenn die Rohstoffgewinnung selbst in Zukunft wesentlich auf erneuerbaren Energien beruht.

Nicht-metallische Rohstoffe, wie zum Beispiel Baurohstoffe oder Salze, werden vornehmlich aus heimischer Produktion bezogen. Als Hightech-Standort und als eine der weltweit größten Exportnationen ist Deutschland aber darauf angewiesen, seinen Bedarf an metallischen Rohstoffen fast vollständig über den globalen Rohstoffmarkt zu decken, da es hierzulande  so gut wie keinen Bergbau auf metallische Rohstoffe mehr gibt. Recycling und Substitutionsmaßnahmen werden allerdings aktuell wie auch in der Zukunft zur Deckung des Bedarfs an mineralischen Rohstoffen nicht ausreichen.

Aus geologischer Sicht besteht derzeit keine Knappheit an mineralischen Rohstoffen. Preise und Bezugsmöglichkeiten, insbesondere von Metallen, werden durch mögliche Handelsbeschränkungen einzelner Lieferländer sowie vor allem durch Konzentrationsprozesse im Rohstoffsektor beeinflusst - das heißt, in immer weniger Ländern und durch immer weniger Firmen findet Gewinnung, Verhüttung und Vermarktung von metallischen Rohstoffen statt. Je nach Bezugsmöglichkeiten hat dies entscheidenden Einfluss auf die Versorgungssicherheit Deutschlands mit Rohstoffen. Die Versorgungssicherheit ist im Hinblick auf die verschiedenen Metallklassen, wie Buntmetalle, Edelmetalle, Leichtmetalle, Stahlveredler oder Sondermetalle deutlich unterschiedlich. Insofern müssen die Aspekte der einzelnen Versorgungsketten aus primärer Rohstoffgewinnung durch Bergbau, der sekundären Gewinnung durch Recycling sowie dem Bereich Materialeffizienz und -substitution differenziert betrachtet werden.

Schwerpunkte des integrierten Forschungsansatzes in der Helmholtz-Gemeinschaft beinhalten beispielsweise die Verbesserung geologischer und geophysikalischer Explorationsmethoden zur Erkundung neuer Primärerzlagerstätten an Land und im Meer, die Optimierung von Gewinnungstechnologien zur Nachnutzung von Halden und Aufbereitungsabgängen, die Verbesserung von Recyclingtechnologien und die Optimierung des Materialeinsatzes für besonders gesuchte Metalle, sowie eine Erhöhung der Metallgewinnungsrate bei der Aufbereitung und der Metallurgie. Einen besonderen Stellenwert nimmt auch die Frage nach der umweltverträglichen und nachhaltigen Gewinnung von Rohstoffen aus dem Meer ein, wie beispielsweise Manganknollen oder polymetallische Massivsulfide. Diese können in Zukunft möglicherweise einen wichtigen Beitrag zur eigenen Versorgung mit mineralischen Rohstoffen leisten.

Druck-Version

Kontakt

  • Photo of Sören Wiesenfeldt
    • Dr. Sören Wiesenfeldt
    • Leiter Bereich Forschung
      Helmholtz-Gemeinschaft