Programmorientierte Förderung

Wie schneidet die Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft im internationalen Vergleich ab? Gewinnt Helmholtz die passenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Und: Wie gut gelingt es der Gemeinschaft, sie zu halten? Seit 2003 wird die gesamte Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft regelmäßig alle fünf Jahre von internationalen und unabhängigen Experten auf den Prüfstand gestellt. Nun liegen die Ergebnisse der dritten Begutachtungsrunde vor. Sie entscheiden über die weitere Finanzierung der sechs Forschungsbereiche und somit der gesamten Helmholtz-Gemeinschaft bis 2019.

Im Jahr 2002 hat die Helmholtz-Gemeinschaft damit begonnen, ihre Forschungsmittel auf strategisch ausgerichtete Forschungsprogramme zu verteilen: Disziplinen-übergreifend und über alle Mitgliedszentren hinweg. Die dazu notwendigen, in den forschungspolitischen Vorgaben festgelegten strategischen Richtlinien werden vom Zuwendungsgeber – der Politik – im Wechselspiel mit der Helmholtz-Gemeinschaft formuliert. Die so genannte Programmorientierte Förderung (POF) verbindet die strategische Frage nach den richtigen Forschungsthemen mit der Frage nach der Qualität der Forschung.

Aufwändiger Begutachtungsprozess

Die gesamte Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft ist in 30 Zentren-übergreifende Forschungsprogramme organisiert, sie waren das Kernstück der Begutachtungen. Jedes Programm wurde von zehn bis fünfzehn renommierten und unabhängigen Gutachtern geprüft. Zudem wurden alle 22 Großgeräte separat begutachtet – sie stehen der internationalen Nutzergemeinschaft für Forschungszwecke zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Synchrotrons, Teilchenbeschleuniger, Forschungsschiffe, die Neumayer-III-Station in der Antarktis, satellitengestützte Erdbeobachtungssysteme oder Fusionsreaktoren.

Die dritte Evaluierungsrunde startete im Frühjahr 2013 für die Programme der Forschungsbereiche Erde und Umwelt, Gesundheit sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Im Oktober 2013 verabschiedete der Senat eine Förderempfehlung dieser drei Forschungsbereiche von insgesamt 6,15 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2014 bis 2018. Im Frühjahr 2014 folgte die Begutachtung der übrigen drei Forschungsbereiche Energie, Schlüsseltechnologien und Struktur der Materie. Im Oktober 2014 hat der Senat beschlossen, diese drei Forschungsbereiche von 2015 bis 2019 mit insgesamt 6,63 Milliarden Euro zu finanzieren.
An der im Frühjahr 2014 abgeschlossenen dritten POF-Runde haben in den vergangenen zwei Jahren 419 international ausgewiesene und unabhängige Experten mitgewirkt, 318 davon aus dem Ausland.

Die richtigen Fragen stellen


„Um Spitzenforschung betreiben zu können, müssen wir nicht nur wissenschaftlich herausragende Leistungen erbringen, sondern auch die richtigen Fragen für die Zukunft stellen. Nur so können wir Themen aufgreifen, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind", sagt Helmholtz‐Präsident Jürgen Mlynek. „Die Bewertungen der Experten helfen uns ganz wesentlich dabei, die eigene strategische Planung zu überprüfen und stets nachzusteuern."

Die Experten bewerteten sowohl die wissenschaftliche Qualität als auch die Relevanz der in den nächsten Jahren geplanten Arbeiten. Ferner spielen Aspekte wie Strategien zu nationalen und internationalen Kooperationen und auch längerfristigen strategischen Partnerschaften, zum Beispiel mit Universitäten oder der Wirtschaft, des Technologietransfers, der Rekrutierung von Spitzenkräften sowie der Nachwuchsförderung eine wichtige Rolle. Unter dem Motto „Heute sind wir gut, morgen sind wir besser" bestand der Auftrag an die Gutachtergruppen, nicht nur Aussagen zur wissenschaftlichen Qualität und strategischen Relevanz der Forschungsprogramme zu treffen, sondern auch Empfehlungen zu formulieren, um deren Güte und Effektivität zu verbessern.

Für die dritte Programmperiode wurde das Begutachtungsverfahren im Hinblick auf die Mission geschärft und an aktuelle Erfordernisse angepasst. Ein wesentlicher Punkt ist die stärkere Trennung der strategischen Programme und des Betriebs großer Forschungsinfrastrukturen – darunter unter anderem Photonen- und Neutronenquellen für Materialforschung sowie Forschungsschiffe –, die mehrheitlich von externen Wissenschaftlern genutzt werden. Bei Forschungsinfrastrukturen spielen, neben Fragen nach dem wissenschaftlichen Gesamtkonzept, der bislang erbrachten wissenschaftlichen Leistung und der technischen Ausstattung, vor allem Life-Cycle-Analysen und das Nutzermanagement eine wichtige Rolle.

Positive Bewertungen

Die Experten bescheinigten der Helmholtz-Forschung eine sehr hohe, in manchen Fällen weltweit einmalige wissenschaftliche Qualität und Leistungskraft, die es ermöglichen, wichtige Beiträge für Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu leisten.

Im Folgenden werden die wichtigsten Forschungsaktivitäten der sechs untersuchten Forschungsbereiche und deren Beurteilung durch die Gutachter beschrieben.

Forschungsbereich "Erde und Umwelt"
Forschungsbereich "Gesundheit"
Forschungsbereich "Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr"
Forschungsbereich "Energie"
Forschungsbereich "Materie"
Forschungsbereich "Schlüsseltechnologien"

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Kontakt

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    • Dr. Sören Wiesenfeldt
    • Leiter Bereich Forschung
      Helmholtz-Gemeinschaft