Tag der Wissenschaften in Berlin

"Ich bin Ingenieur und suche ..."

Ende Oktober fand in Berlin der "Tag der Wissenschaften" statt. Hier stellten sich Wissenschaftsorganisationen und Universitäten geflüchteten Menschen vor.

Sie sind Physiker, Ärzte, Agrar- oder Bauingenieure, Pharmazeuten oder Geowissenschaftler. Sie kommen aus dem Irak, aus Afghanistan, aus Eritrea oder Syrien, haben einen Bachelor- oder Masterabschluss in der Tasche. Die meisten sprechen gutes Englisch und viele sprechen schon passabel Deutsch - und sie alle suchen verzweifelt einen Einstieg in einen Job.

Unter den Flüchtlingen in Deutschland sind zahlreiche Akademiker. Die Bundesagentur für Arbeit geht von einer Quote um die zehn bis fünfzehn Prozent aus. Unter den vielen Menschen, die in den vergangenen Monaten ihre Heimat wegen Krieg oder Vertreibung verlassen mussten, gibt es unglaublich hohe Anzahl, die hierzulande qualifiziert im wissenschaftlichen oder wissenschaftsnahen Umfeld arbeiten könnte.

Das wurde Ende Oktober sehr anschaulich: Rund 1.500 Geflüchtete kamen auf Einladung der Bundesagentur für Arbeit nach Berlin. In der Event-Location Kosmos nahe dem Alexanderplatz stellten sich ihnen die deutschen Wissenschaftsorganisationen beim "Tag der Wissenschaften" vor. Ziel dieser Veranstaltung war es, geflüchtete Menschen und das deutsche Wissenschaftssystem direkt zueinander zu bringen - und im Idealfall Praktikumsplätze, Einstiegsqualifizierungen, Ausbildungsplätze oder Einstiegschancen zu vermitteln.

Die Helmholtz-Gemeinschaft beteiligte sich an diesem Tag der Wissenschaften mit insgesamt 13 Ausstellungsständen und zwei Vorträgen. "Ich bin völlig überrascht davon, wie viele hochqualifizierte Menschen noch nicht auf dem Arbeitsmarkt angekommen sind", erzählte eine der Teilnehmerinnen. "Unser Ausstellungsstand wird von Akademikern regelrecht überrannt." Dieses Bild wird wohl allen Besuchern und Ausstellern in Erinnerung bleiben.

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat Ende 2015 eine Flüchtlingsinitiative gestartet. Darin bietet sie talentierten Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit einen Einstieg in eine wissenschaftliche oder wissenschaftsnahe Beschäftigung. Mittelfristig sollen mit der Initiative bis zu 300 Menschen in die Helmholtz-Zentren der Gemeinschaft integriert werden. Bislang haben mit der Initiative bereits über 100 Menschen eine neue berufliche Chance in der Helmholtz-Gemeinschaft gefunden - etwa in Praktika, Ausbildungsverhältnissen oder Anstellungen.

Aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten stehen für die Flüchtlingsinitiative der Helmholtz-Gemeinschaft in diesem Jahr zunächst 1 Million Euro bereit. Zusätzlich beteiligen sich die jeweiligen Zentren finanziell. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir vielen Menschen damit eine Tür in eine bessere Zukunft öffnen", sagte Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. "Angesichts der derzeitigen Situation ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, nach besten Kräften zu helfen."

Impressionen vom Tag der Wissenschaften

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    • Roland Koch
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      Helmholtz-Gemeinschaft