Zahlen, Beispiele, Erfolge

Forscher der Helmholtz-Gemeinschaft kooperieren mit Partnern aus der Industrie, gründen Unternehmen, lizensieren ihre Erfindungen oder stellen Forschungsinfrastrukturen zur Verfügung.

Diese Aktivitäten spiegeln sich in folgenden Zahlen wieder:

  • Jährlich ca. 2.000 Kooperationsprojekte mit Unternehmen
  • 150 Mio. Euro Erträge aus Kooperationen
  • Jährlich ca. 400 beantragte Schutzrechte und Patente
  • Insgesamt 13.000 Schutzrechte
  • Jährlich ca. 1.400 Lizenz-, Options-, und Übertragungsverträge
  • Jährlich ca. 20 neue High-Tech Spin-Offs

Technologieorientierte und wissensbasierte Unternehmensgründungen sind eine besonders werthaltige Form des Wissens- und Technologietransfers. Oft gründen Mitarbeiter von Helmholtz-Zentren auf Basis von Know-How bzw. Lizenzvereinbarungen neue Unternehmen aus. Nicht selten nutzen die spin-offs auf der Grundlage von Nutzungsvereinbarungen auch die Großforschungsinfrastruktur der Zentren zur weiteren Produktentwicklung. Bei einigen Unternehmensgründungen beteiligt sich das jeweilige Zentrum am Unternehmen, wodurch die Ausgründung finanzielle Ressourcen für Lizenzen oder Gerätenutzung spart und das Zentrum im Gegenzug am Unternehmenswachstum und kommerziellen Erfolg partizipieren kann.


10 Jahre Helmholtz Enterprise – 10 Gründer-Portraits

Wie kam es zu dem Entschluss ein Unternehmen zu gründen? Welche Idee steckte dahinter? Und was erleben Wissenschaftler, wenn sie Unternehmer werden? Hinter einer Unternehmensgründung stecken oft spannende Geschichten. Einige finden Sie auf dieser Seite.


Der Weg einer Ausgründung – ein fiktives Beispiel aus dem KIT

Viele erfolgreiche Spin-offs von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Helmholtz-Gemeinschaft haben gezeigt, wie Technologien in den Markt gebracht werden können. Allerdings will dieser Schritt gut vorbereitet sein - die Technologietransferstellen und Helmholtz Enterprise können dabei Hilfestellung leisten. Diese vom KIT produzierte Animation illustriert den Weg einer Ausgründung am Beispiel einer Forscherin des Zentrums.

Quelle: IMA, KIT


Therapie für Tumorpatienten

Das Helmholtz Zentrum München entwickelte einen medizinisch wirksamen Antikörper

Es ist der erste therapeutische Antikörper made in Germany: 2009 erteilte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMEA die Zulassung für Removab®, einen Antikörper zur Behandlung der malignen Bauchwassersucht. Sie tritt in fortgeschrittenen Stadien bestimmter Krebsleiden auf und beeinträchtigt die Lebensqualität der Patienten stark. Indem es die Immunreaktion des Körpers verstärkt, zerstört Removab® die Krebszellen in der Bauchhöhle und bekämpft damit die Ursache der Bauchwassersucht. Dabei aktiviert der neue Antikörper mehrere Abwehrmechanismen des Immunsystems gleichzeitig und greift die Tumorzellen mit bislang unerreichter Präzision und Effizienz an. Die Grundlage für diese Antikörper-Technologie wurde 1994 am Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt mit einer Patentanmeldung geschaffen. Um den Antikörper in die medizinische Anwendung zu überführen, wurde 1998 die heutige TRION Pharma gegründet. Sie hat heute rund 130 Beschäftigte. Zusammen mit dem Schwester-Unternehmen TRION Research mit derzeit elf Mitarbeitern werden derzeit weitere Triomab®-Antikörper entwickelt. Heute sichert dem Unternehmen ein umfassendes Patent-Portfolio eine starke Position auf dem therapeutischen Anwendungsgebiet monoklonaler Antikörper. TRION Pharma kooperiert eng mit der Fresenius Biotech GmbH. Gemeinsam gelang es, Removab® auf Lizenzbasis in die Praxis zu bringen. Durch ein einzigartiges biotechnologisches Verfahren lassen sich die Triomab®-Antikörper einfach und kostengünstig herstellen. Studien für die Zulassung weiterer Indikationen laufen bereits. Außerdem sind neue Antikörper zur Behandlung von Brustkrebs, B-Zell-Lymphom und Hauttumoren in Entwicklung. Damit ist das Helmholtz Zentrum München die Wiege einer neuen Generation von immuntherapeutisch wirksamen Antikörpern, die gezielt gegen Krebszellen vorgehen.


Kampf dem Etikettenschwindel

Ausgründung des Forschungszentrums Jülich liefert Herkunftsnachweise von Lebensmitteln

In der Welt globalisierter Warenströme spielt die zuverlässige Kontrolle der Herkunft von Lebensmitteln eine zentrale Rolle. Dass sie sich wissenschaftlich bestimmen lässt, zeigte Hilmar Förstel in den 1980er Jahren am heutigen Forschungszentrum Jülich am Beispiel von Wein. Je nach Zusammensetzung von Boden, Wasser und Luft enthalten die Trauben von Elementen wie Sauerstoff, Stickstoff oder Kohlenstoff unterschiedliche Varianten, sogenannte Isotope, in unterschiedlicher Konzentration. Diese Isotopenverteilung ist wie ein Fingerabdruck typisch für die Herkunft eines Lebensmittels. Resultat von Förstels Forschung war eine Datenbank mit der Isotopenverteilung der unterschiedlichsten Weinanbaugebiete. Was mit Wein hervorragend klappte, ließ sich auch auf andere Lebensmittel übertragen – und so wurde 2002 die Firma Agroisolab gegründet. Sie konnte sich erfolgreich etablieren, denn Herkunftsnachweise sind in vielen Branchen gefragt: beim Rindfleisch in Zeiten von BSE oder bei seltenen Tropenhölzern zum Schutz des Regenwaldes. 2008 wurde Agroisolab mit dem Innovationspreis Region Aachen ausgezeichnet für seine besondere Leistung im Bereich „Wachstum“. Anfang 2009 hat der TÜV Rheinland die Mehrheit an Agroisolab übernommen und in Jülich eines der größten Laborzentren dieser Art eröffnet.


Zement für den Klimaschutz

KIT-Ausgründung und Schwenk arbeiten gemeinsam an neuartigem Produktionsverfahren

Er hat die Architektur revolutioniert und prägt heute unsere Lebenswelt: Beton. Doch die Herstellung seines klebenden Grundstoffs, des Zements, ist sehr energieaufwändig und setzt viel klimaschädliches Kohlendioxid frei. Vier Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist es gelungen, eine Art „Zement light“ herzustellen. Unter dem Markennamen „Celitement“ wird das Verfahren zusammen mit dem Industriepartner Schwenk in einer eigenen GmbH bis zur großtechnischen Herstellung weiterentwickelt. „Light“ ist bei Celitement tatsächlich nur die Umweltbelastung. Denn nach dem Vermischen mit Wasser ist der für die Festigkeit verantwortliche Stoff genau der gleiche wie bei herkömmlichem Zement. Damit er bei der Reaktion mit Wasser entsteht, wird aber in normalem Zement-Pulver eine sehr calciumhaltige Verbindung benötigt – und diese muss aus sehr viel Kalk bei 1.450 Grad Celsius „gebrannt“ werden, wobei CO2 entweicht. Celitement nutzt nun einen anderen Reaktionsweg, für den zwei Drittel weniger Kalk gebrannt werden müssen. Die weitere Verarbeitung erfolgt bei wesentlich niedrigeren Temperaturen von ca. 200 Grad Celsius. Bis der neue Zement im Massenmarkt ankommt, muss er allerdings noch etliche Praxistests bestehen – erst dann wird man auf ihn bauen können.

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Kontakt

    • N. N.
    • Leiter Bereich Transfer und Innovation
      Helmholtz-Gemeinschaft
    • Dr. Martin Kamprath
    • Referent Bereich Transfer und Innovation
      Helmholtz-Gemeinschaft

Pakt-Monitoring-Bericht

Aktuelle Zahlen zu Ausgründungen und Lizensierungen finden Sie im Pakt-Monitoring-Bericht.

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Gründer-Portraits

Wie kam es zu dem Entschluss ein Unternehmen zu gründen? Welche Idee steckte dahinter? Und was erleben Wissenschaftler, wenn sie Unternehmer werden? Hinter einer Unternehmensgründung stecken oft spannende Geschichten. Einige finden Sie auf dieser Seite.