Zahlen, Beispiele, Erfolge

Forscher der Helmholtz-Gemeinschaft kooperieren mit Partnern aus der Industrie, gründen Unternehmen, lizensieren ihre Erfindungen oder stellen Forschungsinfrastrukturen zur Verfügung.

Diese Aktivitäten spiegeln sich in folgenden Zahlen wieder:

  • Jährlich ca. 2.000 Kooperationsprojekte mit Unternehmen
  • 150 Mio. Euro Erträge aus Kooperationen
  • Jährlich ca. 400 beantragte Schutzrechte und Patente
  • Insgesamt 13.000 Schutzrechte
  • Jährlich ca. 1.400 Lizenz-, Options-, und Übertragungsverträge
  • Jährlich ca. 20 neue High-Tech Spin-Offs

Kooperationen sind die gängigste Form des Technologietransfers. Die Kooperationsformen reichen dabei von der Infrastrukturnutzung, über Dienstleistungen wie beispielweise Bauaufträge bis hin zu gemeinsamen Forschungsvorhaben. Eine für beiden Seiten besondere Kooperationsform ist die strategische Partnerschaft, bei der langfristige Allianzen zur Erforschung bestimmter Themen bzw. Technologien vereinbart werden.


Schulterschluss im Kampf gegen den Krebs

Das DKFZ und Bayer-Schering Pharma haben eine strategische Allianz geschmiedet

Wie lassen sich Resultate aus biomedizinischen Forschungslabors schneller in die Praxis bringen? Um diese Herausforderung zu meistern, gingen das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Bayer Schering Pharma AG 2008 eine langfristig angelegte Partnerschaft ein. In gemeinsamen Projekten erforschen die Experten Moleküle und Mechanismen, die Impulse für die Entwicklung neuer Krebstherapien geben können. Außerdem untersuchen die Forscher neuartige Diagnoseverfahren, die den individuellen Krankheits- und Therapieverlauf überwachen sowie den Behandlungserfolg vorhersagen können. Mit der strategischen Allianz bündeln beide Partner ihre Stärken: Das DKFZ steht für exzellente Grundlagenforschung, Bayer Schering Pharma verfügt über langjährige Erfahrung in der pharmazeutischen Entwicklung von Wirkstoffen. Die Allianz wird von beiden Partnern zu gleichen Teilen finanziert, 2009 und 2010 waren es insgesamt 3,5 Mio. Euro. Die Gelder können flexibel für aktuelle Projekte verwendet werden. Ein gemeinsames Komitee wählt sie aus und entscheidet über die Mittelvergabe. Regelmäßige Treffen der Projektgruppen und ein gemeinsames wissenschaftliches Symposium gewährleisten den intensiven Austausch zwischen Grundlagen- und Industrieforschern.


Projekthaus arbeitet an der Zukunft des Elektroantriebs

KIT und Daimler AG nutzen innovative Form der Zusammenarbeit

Batterieantrieb, Brennstoffzelle oder doch ein Hybrid aus Elektro- und Verbrennungsmotor? Noch steht die Entwicklung des Elektroantriebs für Automobile am Anfang, muss die Alltagstauglichkeit der verschiedenen Konzepte untersucht und Grundlagenforschung betrieben werden. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat zusammen mit der Daimler AG dafür Ende 2008 eine besondere Form einer strategischen Partnerschaft gestartet: das Projekthaus „e-drive“. In sogenannten Projekthäusern arbeiten Teams der unterschiedlichen Partner für eine gewisse Zeit räumlich zusammen, außerdem sind diese Kooperationen grundsätzlich offen für weitere Mitglieder. Das KIT stellt für e-drive seine Räume und Labore zur Verfügung, außerdem die gebündelte Expertise der Bereiche „Leistungselektronik“, „Steuerungs- und Regelungstechnik“ sowie „Elektrische Energiespeicher und Elektromaschinen“. Die Daimler AG wird das Projekthaus mit Forschungsaufträgen längerfristig auslasten und auch eigene Mitarbeiter einbinden. Zusätzliche Unterstützung erhält e-drive durch die Daimler-Stiftungsprofessur „Hybrid Electric Vehicle“, die zunächst auf 5 Jahre angelegt ist. Das badenwürttembergische Wissenschaftsministerium fördert das Projekthaus im Bereich der Grundlagenforschung mit einer halben Million Euro pro Jahr.


Protonentherapie für das Auge

HZB und Charité nutzen effektive Strahlen zur Therapie von Augentumoren

500 bis 600 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einem bösartigen Aderhautmelanom im Auge. Mehr als 1.500 Patienten auch aus den Nachbarländern wurden bislang in einer deutschlandweit einzigartigen Bestrahlungsanlage am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) behandelt. Durch die Bestrahlung mit Protonen lässt sich der Tumor in mehr als 97 Prozent der Fälle vollkommen zerstören. Protonen haben für sensible Körperregionen wie das Auge den Vorteil, dass ihr Wirkungsradius sehr präzise einstellbar ist. So gelingt es zumeist, nicht nur das Auge, sondern auch die Sehkraft in einem befriedigenden Maße zu erhalten. Anfang der 1990er Jahre trat Prof. Dr. M.H. Foerster von der Augenklinik des Universitätsklinikums Benjamin-Franklin, heute Charité, mit diesem Anliegen an das heutige HZB heran, das Protonen aus seinem Teilchenbeschleuniger damals für physikalische Experimente nutzte. Gemeinsam bauten Mediziner und Physiker einen medizinischen Bestrahlungsplatz am HZB auf. Sie entwickelten eine Steuerung, die es ermöglicht, den Protonenstrahl für die individuelle Behandlung exakt zu fokussieren und zu dosieren. Seit 1998 werden am HZB Patienten erfolgreich behandelt. Das System konnte immer weiter verbessert werden und zählt zu den modernsten der Welt. Seit 2007 kauft die Charité die Strahlzeit als Dienstleistung vom HZB.


Erdgas-Pipelines aus der Luft überprüfen

E.ON Ruhrgas Tochter Open Grid Europe nutzt Laser-System auf Basis von DLR

250.000 Kilometer – so lang sind die europäischen Fernleitungen für Erdgas zusammen genommen. Bei den routinemäßigen Dichtheitsüberprüfungen wurden die Leitungen in der Vergangenheit mit Messgeräten abgelaufen, damit sichergestellt ist, dass keine undichten Stellen auftreten. Deutlich erleichtert wird die Dichtheitsüberprüfung durch CHARM®, ein von einem Hubschrauber getragenes System, das im Auftrag der E.ON Ruhrgas AG vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zusammenarbeit mit der Firma Adlares GmbH, Teltow, entwickelt wurde. Das mit dem DLR-Innovationspreis ausgezeichnete CHARM®-System (CH4 Airborne Remote Monitoring) hat Ende 2008 die Zulassung für die Überprüfung von Erdgasleitungen durch die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. erhalten. Herzstück des CHARM®-Systems ist ein Infrarot-Laser, der Licht in zwei Wellenlängen aussendet: Die eine wird von Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas, absorbiert. Die andere wird nicht absorbiert und dient als Referenz-Signal. Ein Detektor analysiert das zurückgestreute Licht und kann mit Hilfe der Referenzwellenlänge den Einfluss der Atmosphäre und des Bodens eliminieren. Auf diese Weise können 50 bis 90 Leitungskilometer pro Stunde auf kleinste Austrittsmengen überprüft werden. Bei der Begehung können nur ca. 8 Leitungskilometer pro Tag mittels Gasspürgerät untersucht werden.

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Kontakt

    • N. N.
    • Leiter Bereich Transfer und Innovation
      Helmholtz-Gemeinschaft
    • Dr. Martin Kamprath
    • Referent Bereich Transfer und Innovation
      Helmholtz-Gemeinschaft

Pakt-Monitoring-Bericht

Aktuelle Zahlen zu Ausgründungen und Lizensierungen finden Sie im Pakt-Monitoring-Bericht.

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Wie kam es zu dem Entschluss ein Unternehmen zu gründen? Welche Idee steckte dahinter? Und was erleben Wissenschaftler, wenn sie Unternehmer werden? Hinter einer Unternehmensgründung stecken oft spannende Geschichten. Einige finden Sie auf dieser Seite.