Helmholtz-Gemeinschaft
Der neue WhatsApp-Newsletter!

Helmholtz Innovation Labs

Ein Innovation Lab im weiteren Sinne ist ein Innovationsformat, um eine neue Plattform an der Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Akteuren (z.B. Industrie und Wissenschaft) zu etablieren. Innovation Labs in forschenden Einrichtungen sind physische Orte, an denen wissenschaftliche Expertise und Bedürfnisse der Industrie bzw. deren Endkunden in eine kürzere Iterationsschleife gebracht werden. Für die Teilnehmer werden so langfristig „Ermöglichungsräume“ geschaffen, in denen Ideen ausprobiert werden sollen. Diese Ideen sind eher radikal neu und erfordern daher den Aufbau neuer Kompetenzen.

Auf der einen Seite wird Wissen in Innovation Labs durch kooperatives Forschen zwischen den teilnehmenden Partnern generiert. Zugleich soll dieses Wissen in ersten Anwendungen oder Anwendungsfeldern eingesetzt werden. Dieser Kommerzialisierungsgedanke unterscheidet die Helmholtz Innovation Labs als „Think and Do Tanks“ von reinen Forschungslaboren.

In den Helmholtz Innovation Labs spielt die Kooperation zwischen den Teilnehmern eine wesentliche Rolle. Innovation Labs verbinden mehrere Unternehmen, oftmals unterschiedlicher Disziplinen oder auch unterschiedlicher Industrien, um neue Brücken zwischen Wissensgenerierung und Anwendung zu bauen. Es bietet sich damit die Möglichkeit gemeinsam in einem prä-kompetitiven Stadium neue Sichtweise auf bekannte Probleme zu gewinnen.

Das Transferinstrument der „Helmholtz Innovation Labs“ (HIL)

Die zentrale Zielstellung der Maßnahme „Helmholtz Innovation Labs“ ist es, das junge Konzept der Innovation Labs an den Zentren zu etablieren und entsprechend zu adaptieren. Diese physischen „Ermöglichungsräume“ sollen eine Schnittstelle zwischen Industrieforschung und außeruniversitärer Forschung darstellen, die in eine langfristige Strategie eingebettet ist und somit über pure Auftragsforschung und bisherige Transferinstrumente hinausgeht.

In den Innovation Labs sollen Wissenschaftler mit Partnern aus der Wirtschaft gemeinsam forschen und entwickeln; die Bandbreite reicht von Open Innovation Labs zur Etablierung langfristiger strategischer Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Unternehmen zu konkreten Themen im vorwettbewerblichen Bereich bis zu User Innovation Labs zur anwendungsnahen nutzerorientierten Technologie- und Produktentwicklung, z.B. Applikationslabore zur Abstimmung mit Anwendern und Kunden oder Nutzer-Plattformen zur Erleichterung des Zugangs zu Großgeräten, Forschungsinfrastrukturen und Daten von Helmholtz-Zentren.

Die enge und iterative Interaktion zwischen Wissenschaft, Industrie (KMU und Konzerne) und Anwendern bzw. Kunden soll dazu beitragen, Technologien nicht nur zu verbessern, sondern auch frühzeitig andere Perspektiven weiterer Marktteilnehmer einzubringen, die bei der Entwicklung von der Invention hin zur Innovation erfolgskritisch sind.

Die Innovation Labs sollen sich insbesondere fokussieren auf:

  • Disruptive Innovationen: Testen von Ideen/Durchführung von Innovationsprojekten, die in zentralen Strukturen von Unternehmen möglicherweise nicht weiterverfolgt werden können, da sie als zu radikal angesehen werden.
  • Kommerzialisierung: Die gemeinsamen Innovationsaktivitäten zielen auf Anwendungen unter Einbezug von Marktbedürfnissen ab.
  • Kooperationen: Neue fruchtbare Verknüpfungen, die im Falle mehrerer Innovation Lab-Partner auch untereinander vernetzen, bieten einen zusätzlichen Anreiz für alle Beteiligte, sich langfristig zu engagieren.
  • Bi-direktionale Wissensflüsse: Wissen und Erkenntnisse fließen aus der Anwendung/ Wirtschaft wieder in die Forschung und in die gemeinsame Entwicklung zurück.

Das Helmholtz Innovation Labs Programm fördert Konzepte, die…

  • … KMUs und/oder Großkonzerne als Partner einbinden, um Wissensaustausch zu fördern und so neue Technologie- und Geschäftsfelder zu erschließen.
  • … den Innovation Lab-Partnern einen „Ermöglichungsraum“ bieten, in dem sie iterativ Technologien, Services und/oder Geschäftsmodelle testen, validieren und verbessern können.
  • … Plattformen darstellen, um partnerschaftliches Lernen, Forschen und Entwickeln auf Augenhöhe zu ermöglichen.
  • … Komplementarität, Synergieeffekte und Wettbewerb zu bestehenden Einrichtungen im Helmholtz-Zentrum bzw. regionalen Umfeld berücksichtigen.
  • … Serendipität und Spill-over-Effekte ermöglichen, indem verschiedene Akteure des Innovations- und Geschäftsökosystems zusammengebracht werden.
  • Cross-Industry Innovationen unterstützen (Verknüpfung von Partnern aus unterschiedlichen Industrien).
  • … auf eine nachhaltige Etablierung der Innovation Labs im Sinne einer dauerhaft tragfähigen Struktur ausgerichtet sind.

 

Im April 2016 sind sieben Projekte aus den insgesamt 27 Einreichungen für die „Helmholtz Innovation Labs“ als Gewinner hervorgegangen. Sie werden vorläufig für drei Jahre finanziert und haben bei erfolgreicher Zwischenevaluierung die Möglichkeit auf eine weitere Förderung für zwei Jahre.

Zur vollständigen Pressemitteilung der Helmholtz-Gemeinschaft

Zu den Pressemitteilungen der sieben geförderten Projekte:

  • HySPRINT (Hybrid Silicon Perovskite Research, Integration & Novel Technologies) am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
  • KIT HUB (KIT Innovation Hub „Prevention in Construction“) am Karlsruher Institut für Technologie
  • MTCA.4 TechLab (MicroTCA.4 Technology Lab) am Deutschen Elektronen-Synchrotron
  • MIL (Miro Innovation Lab) am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
  • SCIL (Systems and Control Innovation Lab) am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
  • MD-CEL (Max-Delbrück Cell Engineering Lab) am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
  • MiBioLab (Microbial Bioprocess Lab) am Forschungszentrum Jülich
20.01.2017

Kontakte

Dr. Martin Kamprath

Referent Technologietransfer

Helmholtz-Gemeinschaft

Geschäftsstelle Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin

Telefon: +49 30 206329-77
Fax: +49 30 206329-70
martin.kamprath (at) helmholtz.de


Dr.-Ing. Jörn Krupa

Leiter Stabsstelle Wissens- und Technologietransfer

Helmholtz-Gemeinschaft

Geschäftsstelle Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin

Telefon: +49 30 206329-72
Fax: +49 30 206329-70
joern.krupa (at) helmholtz.de