Astrophysik

IceCube-Entdeckung ist Durchbruch des Jahres

Künstlerische Darstellung der digital optischen Module. Bild: IceCube Collaboration

Zwischen Mai 2010 und Mai 2012 gelang es Wissenschaftlern, mit einem großen Detektor namens IceCube in der Antarktis 28 hochenergetische Neutrinos einzufangen. Diese Neutrinos stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den Tiefen des Alls und können Aufschluss über weit entfernte und in der Vergangenheit liegende kosmische Ereignisse liefern. Die Entdeckung wurde nun zum wissenschaftlichen Durchbruch 2013 gewählt

Hochenergetische Neutrinos sind Boten aus der kosmischen Vergangenheit. Sie haben eine weite Reise hinter sich und können Aufschluss über Ereignisse liefern, die nicht nur räumlich weit entfernt sind, sondern auch vor langer Zeit stattgefunden haben. Erstmals gelang es Wissenschaftlern nun, diese Neutrinos aufzuspüren. Eine beeindruckende Entdeckung - nicht nur für die Wissenschaft. Das renommierte britische Wissenschaftsmagazin Physics World hat diese bahnbrechende Forschungsarbeit der IceCube-Kollaboration nun zum "Wissenschaftlichen Durchbruch 2013" gewählt. Wissenschaftler aus aller Welt sind an dem Projekt beteiligt. Unter anderem vom Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Zeuthen. Erst vor einigen Wochen veröffentlichte die Forschergruppe diesen allerersten Nachweis hochenergetischer Neutrinos im Fachjournal Science. Dabei schafften sie es auch auf die Titelseite des Magazins. Mit der Auszeichnung zollen die Juroren den IceCube-Wissenschaftlern hohen Respekt. Sie waren begeistert davon, dass die Forscher kosmische Neutrinos überhaupt nachweisen konnten. Aber auch die Fähigkeit, einen solch gigantischen, aber empfindlichen Detektor in einer derart abgelegenen und unwirtlichen Umgebung wie der Antarktis zu errichten und zu betreiben, floss in die Entscheidung zum "Durchbruch des Jahres" ein.

Die hexagonale IceCube-Anlage am Südpol ist tief ins Eis versenkt und hat eine Kantenlänge von einem Kilometer. Die Erde wirkt dabei als Filter. Detektiert werden nur die Teilchen, die von der anderen Seite der Erde zum Teleskop am Südpol durchdringen können, also einzig Neutrinos. Das hochsensible Gerät besteht aus insgesamt 5.160 lichtempfindlichen Nachweisgeräten, so genannten digitalen optischen Modulen. Diese sind an 86 Stahltrossen in bis zu 2,5 Kilometer Tiefe ins Eis eingeschmolzen. Sie vermessen die schwachen Lichtblitze, die eine äußerst seltene Kollision von Neutrinos mit dem antarktischen Eis erzeugt. Ziel des Experiments ist es, die fast masselosen Neutrinos als einzigartige Botenteilchen zu nutzen, um energiereiche Ereignisse im Weltall, wie etwa Supernovaexplosionen oder andere kosmische Teilchenbeschleuniger, aufzuspüren.

IceCube-Entdeckung ist "Break-Trough of the year" (DESY)

"Das Rätsel der Neutrinos" (Helmholtz)

13.12.2013 , Janine Tychsen
Leserkommentare, diskutieren Sie mit (0)
Keine Kommentare gefunden!
Kommentar hinzufügen

Ihr Kommentar wird nach dem Absenden durch unsere Redaktion geprüft und dann freigegeben, wir bitten um etwas Geduld. Bitte beachten Sie auch unsere Kommentarregeln.

Your comment will be checked by our editors after sending and then released, we ask you for a little patience.

Druck-Version