Gliazellen

Mehr als Kitt

Hippocampus und Teil des Neocortex mit Zellkernen (Blau) und Gliazellen (Gelb). Bild: IEM HAS, Hungary (CC-BY-NC-SA)

Sie galten lange bloß als Stützgewebe im Gehirn. Doch dann entdeckte Magdalena Götz, dass Gliazellen Stammzelleigenschaften haben. Sie können neue Nervenzellen produzieren. In unserem Forschungspodcast spricht die Forscherin über ihre Entdeckung und darüber, was diese für die Therapie von Hirnerkrankungen bedeutet.

Magdalena Götz machte mit Ende dreißig eine Entdeckung, die dazu führte, das sämtliche Lehrbücher der Neurologie umgeschrieben werden mussten: Götz ist Direktorin für Stammzellforschung am Helmholtz-Zentrum München und Leiterin des Lehrstuhls für physiologische Genomik an der LMU. Seit ihrer Promotion im Sommer 1992 erforscht die Biologin die molekularen Grundlagen der menschlichen Gehirnentwicklung. Sie konnte als erste beweisen, dass Gliazellen als Stammzellen fungieren und neue Nervenzellen hervorbringen können.

Zuvor war man davon ausgegangen, dass Gliazellen lediglich ein Stützgewebe im Nervensystem bilden. Man konnte sich nicht vorstellen, dass sie Stammzelleigenschaften haben und bei Verletzungen oder Erkrankungen neue Nervenzellen bilden können. Die Erkenntnisse sind von wesentlicher Bedeutung für die angewandte Stammzellenforschung und liefern große Hoffnung für die damit verbundenen therapeutischen Ansätze bei Gehirnverletzungen und -Erkrankungen wie Parkinsons, Alzheimer und Schädel-Hirn-Trauma.

Wie das Nervensystem funktioniert und welche Hoffnungen es für Patienten mit Hirnerkrankungen gibt, bespricht Magdalena Götz in der aktuellen Folge des Forschungspodcasts „Resonator“ der Helmholtz-Gemeinschaft mit Moderator Holger Klein. Außerdem geht es um die Liebe zur Weitwanderung und die Frage, was das „Lesen“ der Gene und eine Schalplatte gemeinsam haben. Hören Sie  rein.

Hier geht's zur aktuellen Folge: Resonator-Podcast: "RES099 Nachwachsende Nervenzellen"

Mehr Wissenschaft auf die Ohren finden Sie auf helmholtz.de/resonator/ oder kostenlos als Download bei iTunes.


03.02.2017, Agata Tuzimek
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