Das Programm „Key Technologies for the Bioeconomy"

Steigende Weltbevölkerung und sich verändernde Ernährungsgewohnheiten – Übernutzung natürlicher Ressourcen wie Land, Boden, Wasser und Nährstoffe – Nachfrage nach nachhaltig produzierten bio-basierten Rohstoffen für die chemische Industrie, die Zellstoff- und Papierindustrie und die Baubranche und auch der weltweit steigende Bedarf an Bioenergie: dies sind Beispiele der großen gesellschaftlichen Herausforderungen, zu deren Lösung die nachhaltige Bioökonomie beitragen wird. Die revolutionären Entwicklungen der Biowissenschaften in den vergangenen Jahrzehnten stellen die Grundlage für innovative Ansätze bereit. Wesentliche biologische Ressourcen der Bioökonomie sind Pflanzen sowie Mikroorganismen. Pflanzen müssen möglichst nachhaltig produziert werden und sollen möglichst wenig Wasser, Nährstoffe und Land verbrauchen. Gleichzeitig müssen sie an den Klimawandel angepasst werden und für gesündere Nahrungsmittel entwickelt und an alternative Nutzungswege angepasst werden. Die Vielfalt mikrobieller Systeme muss und kann verstärkt genutzt werden, um flexibel und nachhaltig nachwachsende Rohstoffe in industriell und pharmazeutisch nutzbare Substanzen umzusetzen. Über das Programm hinaus werden in Zusammenarbeit mit Programmen aus anderen Forschungsbereichen im gemeinsamen Querschnittsverbund „Nachhaltige Bioökonomie“ auch Fragen der industriellen Konversion für stoffliche und energetische Nutzung, Umwelteinflüsse analysiert und Prozesse zur Minimierung des ökologischen Fußabdrucks entwickelt sowie sozioökonomische und ökonomische Fragen diskutiert und dadurch die praktische Implementierung der Bioökonomie wissenschaftlich begleitet.

Die Aufgabe des Programmes „Key Technologies for the Bioeconomy“ im Rahmen eines umfassenden Konzepts der nachhaltigen Bioökonomie ist die Optimierung der biologischen Ressourcen für die Bioökonomie. Pflanzen mit hohen Erträgen, angepasst an die Nutzung als Nahrungs- oder Futtermittel, als nachwachsende Rohstoffe oder für die Bioenergie sowie deren Integration in agronomische Systeme in denen Kreisläufe geschlossen werden, um nachhaltig und intensiv produzieren zu können, sind das Ziel der pflanzenwissenschaftlichen Arbeiten. Wissen über Mikroorganismen, Enzyme und darauf aufbauend komplette Produktionssysteme werden neue und effiziente Wege zur Entwicklung von mikrobiellen Zellfabriken aufzeigen, die Entwicklung von industriell nutzbaren biotechnologischen Pfaden systematisieren, beschleunigen und Beiträge zu Bioraffinerien leisten.



Beteiligte Helmholtz-Zentren:

Forschungszentrum Jülich

 

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Kontakt

    • Prof. Dr. Ulrich Schurr
    • Programmsprecher Key Technologies for the Bioeconomy
      Forschungszentrum Jülich