Helmholtz-Datenföderation (HDF)

Die Helmholtz-Datenföderation (HDF) ist eine strategische Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft, die sich einer der großen Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts annimmt: Die Bewältigung der Datenflut in der Wissenschaft, insbesondere aus den großen Forschungsinfrastrukturen der Helmholtz-Zentren.

Die HDF geht auf mehrere Empfehlungen des Abschlussberichts einer hochrangigen Expertengruppe für wissenschaftliche Daten der Europäischen Kommission ein, z.B:

  • Transparente und nahtlose Möglichkeiten der Datenspeicherung in Community-spezifischen Datenrepositorien
  • Langzeit-Datenerhaltung und -archivierung über Jahrzehnte und Technologieänderungen der Speicherhardware zur Bereitstellung adäquater Fähigkeiten für das Referenzieren, Suchen und Abrufen von Daten und Metadaten.
  • Großformatige und rechenintensive, Community-spezifische, verteilte und parallele sowie semantische Datenverarbeitung und -analyse
  • Cybergesicherter und richtlinienkonformer Zugriff auf die Daten unter Beachtung der ursprünglichen Zugriffsrechte und des Datenbesitzes; bedarfsorientiert und community-spezifisch mit eingeschränktem oder weltweitem Zugriff mit Hilfe von föderierten Autorisierungs-/Authentifizierungs-/Identitätsmanagementtechniken, insbesondere für Anforderungen des Datenschutzes in Bezug auf personenbezogene Daten in der Medizin.
  • Metadaten-Unterstützung (= Annotation von Forschungsdaten) für effizientes Management, Usability, Qualitätsbewertung und Referenzierung von Daten
  • Effizienter, föderaler und skalierbarer Zugriff auf die Daten mit verteilten, generischen sowie Community-spezifischen Technologien und Methoden, Schnittstellen und E/A-Bibliotheken, um die Wissenschafts-Communities optimal in den Datenlebenszyklus einzubinden. Diese Empfehlungen setzt die HDF in einer engen Integration und Interaktion von drei Elementen um: innovative Softwaretechnologien, exzellenter Anwendersupport und modernste Speicher- und Analysehardware.

Als Ergänzung und unter Einsatz bestehender Methoden und Softwaretools zur verteilten Verwaltung von Forschungsdaten bilden multidisziplinäre Rechenzentren an sechs Helmholtz-Zentren mit einem starken thematischen Profil den Kern der bundesweiten Forschungsinfrastruktur HDF. Die bestehenden Profile der Rechenzentren, die zunächst von HDF unterstützt werden, sind:

Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)

  • Polare Eisschilde
  • Virtuelles Observatorium für Polar- und Meeresforschungsdaten

Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY)

  • Teilchenphysikalische Experimente
  • Photonenforschung bei PETRA III, Flash und Flash2
  • Helmholtz-Beamline bei EU-XFEL

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

  • Genomforschung
  • Kohortenstudien
  • Radiologische und strahlentherapeutische Forschung

Forschungszentrum Jülich (FZJ)

  • Pflanzendaten
  • Biomedizinische Bildanalyse
  • Große Anlagendaten

GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

  • FAIR
  • Kernphysik
  • Gesundheit & Lebenswissenschaften

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

  • Klimatologie
  • Energieforschung
  • Teilchen- und Astroteilchenphysik

Durch die HDF-Investition werden die bestehenden Rechenzentren von AWI, DESY, DKFZ, FZJ, GSI und KIT mit modernsten Speicher- und Analyseressourcen und -technologien erweitert. In enger Kombination mit modernsten, innovativen Forschungsdatenmanagement-Lösungen und Software, wie sie beispielsweise im Rahmen der LSDMA-Initiative entwickelt wurden, wird so sichergestellt, dass die ständig wachsende Menge und Vielfalt an wertvollen Forschungsdaten in allen wissenschaftlichen Disziplinen unter Wahrung der Datenintegrität, der Herkunft und des (moralischen und rechtlichen) Eigentums gespeichert und archiviert werden kann. Gleichzeitig werden den Wissenschaftlern die innovativsten Technologien und Methoden zur Datenanalyse aus Wissenschaft und Industrie zur Verfügung gestellt.

Kontakt:

Prof. Dr. Achim Streit

achim.streit(at)kit.edu

+49 721 608-25602

Karlsruher Institut für Technologie

Steinbuch Centre for Computing
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen

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Kontakt

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    • Dr. Andreas Kosmider
    • Bereichsleiter Strategische Initiativen
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    • Lars Mehwald
    • Mitarbeiter Bereich Strategische Initiativen
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    • Susan Trinitz
    • Referentin Bereich Strategische Initiativen